Benutzer: Lisa-Michelle Bege/Werkstatt: Unterschied zwischen den Versionen
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‚Technik‘ definiert sich durch ein „zielgerichtetes Machen“ (ebd., S. 639) und ist des Weiteren in ihrer Einteilung wie folgt zu verstehen (Abb.1): | ‚Technik‘ definiert sich durch ein „zielgerichtetes Machen“ (ebd., S. 639) und ist des Weiteren in ihrer Einteilung wie folgt zu verstehen (Abb.1): | ||
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| + | Der Begriff wird aus seiner ursprünglichen Bedeutung heraus erweitert und erfährt eine Unterteilung in eine enge und weite Begriffsdefinition. Durch die Weiterentwicklung der Wissenschaften entstehen stetig neue Möglichkeiten zur Nutzung dieser Errungenschaften. Mit diesen erweiterten Funktionen – den sich durch technische Neuerungen auftuenden Möglichkeiten – vergrößert sich auch der Wirklichkeitsbereich der Wissenschaft, sodass nicht nur die biologische Umwelt, sondern auch Eingriffe in den Körper und die Psyche des Menschen möglich sind – der Bereich der Technik wird stetig immaterieller, wodurch der ‚enge Technikbegriff‘ auch anwendbar auf Bereiche wird, die dem ‚weiten Technikbegriff‘ angehören (vgl. Rehfus, S. 640). So sind beispielsweise Entwicklungen von der Erzeugung von kleinen Stromstößen bis zur Erfindung des Defibrillators zu nennen. Erste Entwicklungen der philosophischen Betrachtung von Technik sind ab dem 19. Jahrhundert zu verbuchen und werden im 20. Jahrhundert vorangetrieben (vgl. Nordmann, 2008, S. 9). Doch trotz dieser Bestrebungen ist nicht nur die Entwicklung eines dezidierten philosophischen Technik-Begriffs vonnöten, sondern auch die eines philosophischen Untersuchungsbereiches per se. | ||
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| + | „Technik kann deshalb definiert werden als das Gesamt und die Einzelmomente der Theorie und der Wirklichkeit von Gegenständen und Verfahren, die als Mittel zur Erfüllung individueller und gesellschaftlicher Bedürfnisse und Zwecke durch konstruktive Leistung im Rahmen der Naturgesetze geschaffen werden und insgesamt weitgestaltend wirken.“ (Rehfus, 2003, S. 640) | ||
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| + | Diesen Entwicklungen widmet sich darauf basierend eine dezidierte Technikphilosophie, welche sich „Technik phänomenologisch-hermeneutisch oder analytisch oder systemtheoretisch“ (ebd. S. 640) zum Gegenstand macht. Dabei gilt die Grundvoraussetzung, dass bereits bestehende Überlegungen und Ansätze – wie beispielsweise die der Natur- und Geschichtsphilosophie – betrachtet werden müssen (vgl. Nordmann, 2008, S. 10); zudem sollen Fragen aus den Natur-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften herausgearbeitet, in ein Verhältnis gesetzt und in technikphilosophische Fragen integriert werden. Technikphilosophische Fragestellungen könnten wie beispielhaft dargestellt u.a. in folgende Disziplinen integriert werden: | ||
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| + | * Ethik: moralische Pflichten durch technisches Handeln; Neben-/Nachfolgen technischer Entwicklungen | ||
| + | * Geschichtsphilosophie: Verlauf von Technik in der Menschheitsgeschichte; Gegenüberstellung von technischem Fortschritt und historischem Fortschritt | ||
| + | * Kulturwissenschaften: Prägungen von Identität durch Technik, Veränderung der Wahrnehmung von Körper/Gender/… durch Technik | ||
| + | * Naturphilosophie: Verhältnis von Mensch und Natur | ||
| + | * Naturwissenschaften: Grenzen zwischen naturwissenschaftlicher Erkenntnis und technologischer Anwendung; naturwissenschaftliche Risiken im Umgang mit Technik | ||
| + | * Politikwissenschaften: Beeinflussung von Macht/Demokratie/… durch Technik; Konfliktentstehung/-förderung durch Technik | ||
| + | * Psychologie: Interaktion von Mensch und Maschine | ||
| + | * Rechtswissenschaften: KI-Regulierungen; Menschenrechte vs. ‚Roboterrechte‘ | ||
| + | * Soziologie: Beeinflussung sozialer Praktiken/Strukturen durch Technik, Handlungsorganisation von Mensch und Technik | ||
| + | * Technik-/Ingenieurwissenschaften: verantwortungsvolle (nachhaltige/inklusive/… Entwicklung von Technik) | ||
| + | * Wirtschaftswissenschaften: Automatisierung und Arbeitsmarkt | ||
Version vom 13. Juni 2026, 11:00 Uhr
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1. Bewertung und Verantwortung im Kontext von Technik in planetaren Krisen – eine Auseinandersetzung mit der Technikphilosophie
1.1 Einführung in die Technikphilosophie
Der ursprünglich aus dem Griechischen stammende Begriff τέχνη (gr. téchne) verweist auf „Kunst, Kunstfertigkeit, Geschick, Handwerk, Gewerbe“ (dwds, 2025, ‚Technik‘); im Verlauf der europäischen Ideengeschichte hat sich jedoch eine weite und eine engere Begriffsbestimmung etabliert:
„Die weitere Bedeutung von Technik, die alles menschliche Tun in einer Welt umfasst, steht dem engeren Verständnis gegenüber, nach dem Technik ein auf wissenschaftlichem Verständnis der Natur und ihrer Gesetzmäßigkeiten in Analyse und Synthese beruhendes Handeln ist.“ (Rehfus, 2003, S. 639)
‚Technik‘ definiert sich durch ein „zielgerichtetes Machen“ (ebd., S. 639) und ist des Weiteren in ihrer Einteilung wie folgt zu verstehen (Abb.1):
BILD?
Der Begriff wird aus seiner ursprünglichen Bedeutung heraus erweitert und erfährt eine Unterteilung in eine enge und weite Begriffsdefinition. Durch die Weiterentwicklung der Wissenschaften entstehen stetig neue Möglichkeiten zur Nutzung dieser Errungenschaften. Mit diesen erweiterten Funktionen – den sich durch technische Neuerungen auftuenden Möglichkeiten – vergrößert sich auch der Wirklichkeitsbereich der Wissenschaft, sodass nicht nur die biologische Umwelt, sondern auch Eingriffe in den Körper und die Psyche des Menschen möglich sind – der Bereich der Technik wird stetig immaterieller, wodurch der ‚enge Technikbegriff‘ auch anwendbar auf Bereiche wird, die dem ‚weiten Technikbegriff‘ angehören (vgl. Rehfus, S. 640). So sind beispielsweise Entwicklungen von der Erzeugung von kleinen Stromstößen bis zur Erfindung des Defibrillators zu nennen. Erste Entwicklungen der philosophischen Betrachtung von Technik sind ab dem 19. Jahrhundert zu verbuchen und werden im 20. Jahrhundert vorangetrieben (vgl. Nordmann, 2008, S. 9). Doch trotz dieser Bestrebungen ist nicht nur die Entwicklung eines dezidierten philosophischen Technik-Begriffs vonnöten, sondern auch die eines philosophischen Untersuchungsbereiches per se.
„Technik kann deshalb definiert werden als das Gesamt und die Einzelmomente der Theorie und der Wirklichkeit von Gegenständen und Verfahren, die als Mittel zur Erfüllung individueller und gesellschaftlicher Bedürfnisse und Zwecke durch konstruktive Leistung im Rahmen der Naturgesetze geschaffen werden und insgesamt weitgestaltend wirken.“ (Rehfus, 2003, S. 640)
Diesen Entwicklungen widmet sich darauf basierend eine dezidierte Technikphilosophie, welche sich „Technik phänomenologisch-hermeneutisch oder analytisch oder systemtheoretisch“ (ebd. S. 640) zum Gegenstand macht. Dabei gilt die Grundvoraussetzung, dass bereits bestehende Überlegungen und Ansätze – wie beispielsweise die der Natur- und Geschichtsphilosophie – betrachtet werden müssen (vgl. Nordmann, 2008, S. 10); zudem sollen Fragen aus den Natur-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften herausgearbeitet, in ein Verhältnis gesetzt und in technikphilosophische Fragen integriert werden. Technikphilosophische Fragestellungen könnten wie beispielhaft dargestellt u.a. in folgende Disziplinen integriert werden:
- Ethik: moralische Pflichten durch technisches Handeln; Neben-/Nachfolgen technischer Entwicklungen
- Geschichtsphilosophie: Verlauf von Technik in der Menschheitsgeschichte; Gegenüberstellung von technischem Fortschritt und historischem Fortschritt
- Kulturwissenschaften: Prägungen von Identität durch Technik, Veränderung der Wahrnehmung von Körper/Gender/… durch Technik
- Naturphilosophie: Verhältnis von Mensch und Natur
- Naturwissenschaften: Grenzen zwischen naturwissenschaftlicher Erkenntnis und technologischer Anwendung; naturwissenschaftliche Risiken im Umgang mit Technik
- Politikwissenschaften: Beeinflussung von Macht/Demokratie/… durch Technik; Konfliktentstehung/-förderung durch Technik
- Psychologie: Interaktion von Mensch und Maschine
- Rechtswissenschaften: KI-Regulierungen; Menschenrechte vs. ‚Roboterrechte‘
- Soziologie: Beeinflussung sozialer Praktiken/Strukturen durch Technik, Handlungsorganisation von Mensch und Technik
- Technik-/Ingenieurwissenschaften: verantwortungsvolle (nachhaltige/inklusive/… Entwicklung von Technik)
- Wirtschaftswissenschaften: Automatisierung und Arbeitsmarkt
