Benutzer: Vanessa-Nadine Sternath/Werkstatt: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Ökofeminismus''', im Englischen ''Ecofeminism'', ''Feminist Environmentalism'' oder ''Gender and the Environment'', stellt die Verbindung intersektionaler und ökokritischer Kategorien von Differenz, Macht und Unterdrückung dar, die Konstrukte ihres jeweiligen historischen, kulturellen, sozialen und religiösen Kontexts sind und deshalb als veränderbar und manipulierbar gedacht werden müssen.<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=MacGregor, Sherilyn|Titel=Gender and Environment: An Introduction|Herausgeber*in=MacGregor, Sherilyn|Sammelband=Routledge Handbook of Gender and Environment|Jahr=2017|Ort=London/New York|Verlag=Routledge|Seite=1–24, hier S. 2}}</ref> Die Verknüpfung der Konzepte Gender und environment betrifft nach Gaard/Estok/Oppermann u. a. Fragen der Interspezies-Gerechtigkeit sowie Analysen von Macht, Gender und Ökologie.<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta/Estok/Simon C./Oppermann, Serpil|Titel=Introduction|Zeitschrift=Routledge Interdisciplinary Perspectives on Literature 12|Ort=London/New York|Verlag=Routledge|Jahr=2013|Seite=1–16, hier S. 1}}</ref> Dabei ist es fruchtbar, Gender nach MacGregor als Verb („to gender“ ) zu verstehen, um die Prozesshaftigkeit soziokultureller Zuschreibungen zu markieren: „There are sociocultural processes of ‚genderization‘ at work in assigning gendered traits to living beings and inanimate things, as well as to practices, feelings, and roles.“  Unter den Begriff environment fasst MacGregor Folgendes:
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{{Werkstatt}}
  
The concept generally refers to the habitat or living space surrounding all living things, but mostly humans. The dominant use of the term ‚the environment‘ refers to the non-human natural environment or ‚nature‘. Environment and nature are often used as synonyms, along with ‚ecosystem‘, ‚biosphere‘, and planet earth. In the environmental social sciences and humanities, ‚the environment‘ has been commonly understood as the natural environment, and positioned as being distinct from (albeit interconnected with) human society.
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= Menschen-Pflanzen-Verhältnisse =
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Dieser Artikel dient als Einführung in einen Teilkomplex der kulturwissenschaftlichen Plant Studies: '''Menschen-Pflanzen-Verhältnisse''', Menschen-Pflanzen-Beziehungen oder Menschen-Pflanzen-Relationen. Sie stellen nach Stobbe, Kramer und Wanning einen der fünf thematischen Aspekte der Plant Studies dar,<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Stobbe, Urte/Kramer, Anke/Wanning, Berbeli|Titel=Einleitung: Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung|Sammelband=Literaturen und Kulturen des Vegetabilen. Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung|Ort=Berlin|Verlag=Peter Lang|Jahr=2022|Reihe=Studies in Literature, Culture, and the Environment 10|Seite=11-31, hier S. 16}}{{Quellen-Literatur|Autor*in=Stobbe, Urte|Titel=Plant Studies|Sammelband=Handbuch kulturwissenschaftliche ‚Studies‘|Herausgeber*in=Nesselhauf, Jonas/Weber, Florian|Ort=Berlin/Boston|Verlag=de Gruyter|Jahr=2025|Seite=417-434, hier S. 426}}</ref> wobei die Grenzen zwischen den einzelnen Aspekten fließend sein können, und beschäftigen sich mit verschiedenen Leitfragen. Diese dienen im Beitrag als Gliederungspunkte verschiedener Teilaspekte von Menschen-Pflanzen-Verhältnissen. Zuvor wird der Frage nachgegangen, warum [[Objekt 50b Topfpflanze|Pflanzen]] oft übersehen wurden und werden, sowie eine Einführung in die wichtigsten Begriffe gegeben
  
Versteht man Natur lediglich im Sinne ihres lateinischen Ursprungsverbs nascere, ‚geboren werden‘ (Partizip Perfekt Passiv natus, ‚geboren‘), so wird sie auf eine essentialistische Bedeutungsnuance reduziert, was jegliche „natürliche“ Eigenschaft als angeboren, unveränderbar und somit endgültig impliziert und daher normalisiert: „To attribute any behavior to our ‚nature‘, take rape, for example, is to normalize the behavior as inevitable and innate. When any human activity, action or behavior is labeled ‚natural‘, such behavior may then be used to justify domination “. So können Hierarchien aus der Natur, etwa das Schema Raubtier und Beute, in Kontexte menschlicher Hierarchien übernommen werden und diese Hierarchien legitimieren .
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== ''plant blindness'' – Pflanzenblindheit ==
Die Naturalisierung von Weiblichkeit und die Feminisierung von Natur sowie die Abwertung von Frau und Natur sind schließlich auf die kulturell konstruierte Einteilung von Gender und environment im Sinne von Natur in binäre Systeme zurückzuführen  – sowohl Gender als auch environment werden in Gegenüberstellung zu ihrem jeweils ‚Anderen‘ künstlich konstruiert : das Männliche in Gegenüberstellung zum Weiblichen, Natur in Gegenüberstellung zu Kultur . Alles, was sich dazwischen befindet, fällt aus der Norm und wird so zur Zielscheibe von Diskriminierung gemacht. So verstehen Mies/Shiva „die strukturelle Aufspaltung von Mensch und Natur […] [als] analog zu der von Mann und Frau“ , wobei Frauen im Unterschied zu Männern und als diesen somit unterlegen markiert werden . Dieselbe Aufspaltung wird vorgenommen, wenn Natur im Gegensatz zu Kultur eine Abwertung erfährt . In diesem dualistischen Prozess des „Othering“  werden alle Entitäten, die sich außerhalb der als Norm wahrgenommenen Gruppe (in der Regel „zivilisierte“, heterosexuelle Cis-Männer ) befinden, als das ‚Andere‘ inszeniert. Dadurch werden Ungleichheiten, Privilegierungen und Repressionen erzeugt. Die Konsequenz dieses Dualismus der männlichen Vorrangstellung gegenüber Frauen, der Natur und allen ‚Anderen‘ erscheint somit als „natürlich“ und infolgedessen „gerechtfertigt“ . Shiva bezeichnet dies als die „Kultur der Naturbeherrschung“ , wobei diese ein geschlechtsspezifisches Phänomen darstellt, als Gender mit dem menschlichen Umgang mit, der Kontrolle von und der Beziehung zur Natur zusammenhängt .
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Der Begriff ''plant blindness'', zu Deutsch ‚Pflanzenblindheit‘, stammt aus der Botanik und impliziert das menschliche Unvermögen, Pflanzen in der eigenen Umgebung wahrzunehmen. Daraus können Unaufmerksamkeit gegenüber und Unterrepräsentation von Pflanzen resultieren.<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Wandersee, James H./Schussler, Elisabeth E.|Titel=Towards a Theory of Plant Blindness|Zeitschrift=Plant Science Bulletin. Bulletin of the Botanical Society of America|Band=47|Nummer=1|Jahr=2001|Seite=2-9, hier S. 3|Online=https://cms.botany.org/userdata/IssueArchive/issues/originalfile/PSB_2001_47_1.pdf|Abruf=10.03.2025}}</ref> Wandersee und Schussler definieren ''plant blindness'' als (a) the inability to recognize the importance of plants in the biosphere, and in human affairs; (b) the inability to appreciate the aesthetic and unique biological features of the life forms belonging to the Plant Kingdom; and (c) the misguided, anthropocentric ranking of plants as inferior to animals, leading to the erroneous conclusion that they are unworthy of human consideration [...].“<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Wandersee, James H./Schussler, Elisabeth E.|Titel=Towards a Theory of Plant Blindness|Zeitschrift=Plant Science Bulletin. Bulletin of the Botanical Society of America|Band=47|Nummer=1|Jahr=2001|Seite=2-9, hier S. 3|Online=https://cms.botany.org/userdata/IssueArchive/issues/originalfile/PSB_2001_47_1.pdf|Abruf=10.03.2025}}</ref>
Genau diesen hierarchischen Dualismus über Frauen und Natur  kritisieren ökofeministische Ansätze, die aus Ecocriticism-Ansätzen entstanden sind  und synonym auch ‚feministische Ökokritik‘ genannt werden. Nach Grewe-Volpp eignet ökofeministischen Ansätzen eine „politische Haltung, die Feminismus, Umweltschutz, Antirassismus, Tierschutz, Antikolonialismus, Antimilitarismus und nicht zuletzt traditionellen Spiritualismus zusammenführt“ . Auch wenn es unterschiedliche Formen von Ökofeminismus gibt,
 
  
gehen [doch alle] davon aus, dass es eine strukturelle Verbindung zwischen der Unterdrückung von Frauen und der Ausbeutung der natürlichen Umwelt in der westlichen Welt gibt, die auch in anderen Machtverhältnissen virulent ist. […] Ziel ist folglich die Aufdeckung und Abschaffung aller Formen der Unterdrückung.  
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Wandersee und Schussler benennen neun Symptome von ''plant blindness'':
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# das Übersehen von Pflanzen im Alltag
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# die Annahme, dass Pflanzen nur als Kulisse von Tieren dienen
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# Irrtümer über pflanzliche Lebensbedürfnisse und -bedingungen
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# das Nicht-Beachten der Bedeutung von Pflanzen im täglichen Leben
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# das Versäumnis, zwischen pflanzlichen und tierlichen Zeitkonzepten zu unterscheiden
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# der Mangel an Praxiserfahrungen im Hinblick auf den Anbau, die Beobachtung und die Bestimmung von Pflanzen in der eigenen geographischen Region
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# das Versagen hinsichtlich grundlegenden Wissens über Pflanzen in der eigenen geographischen Region: Pflanzenwachstum, Ernährung, Fortpflanzung und ökologische Aspekte
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# das mangelnde Bewusstsein, dass Pflanzen zentral für den CO2-Kreislauf sind
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# das mangelnde Bewusstsein für pflanzliche Ästhetik und ihre Strukturen: Anpassungen, Koevolution, Farben, Ausbreitung, Vielfalt, Wachstumsgewohnheiten, Düfte, Größen, Geräusche, Abstände, Stärke, Symmetrie, Taktilität, Geschmack und Textur<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Wandersee, James H./Schussler, Elisabeth E.|Titel=Towards a Theory of Plant Blindness|Zeitschrift=Plant Science Bulletin. Bulletin of the Botanical Society of America|Band=47|Nummer=1|Jahr=2001|Seite=2-9, hier S. 3|Online=https://cms.botany.org/userdata/IssueArchive/issues/originalfile/PSB_2001_47_1.pdf|Abruf=10.03.2025}}</ref>
  
Diese Definition von Ökofeminismus weitet MacGregor auf patriarchale, kapitalistisch-koloniale Systeme generell aus, wenn sie für Fragen nach der Beeinflussung von Gender durch die menschliche Wahrnehmung von Natur und nach der Behandlung von Natur durch die Gender-Brille die Relation sozialer Unterdrückung und der Ausbeutung der Natur zu sozialen Konstrukten in patriarchalen Systemen als Schnittstelle nennt . Hunnicutt geht noch einen Schritt weiter, indem sie Unterdrückung im Sinne von Ungerechtigkeiten (injustices) in den Fokus rückt, die marginalisierte Gruppen erfahren und Parallelen zur Ausbeutung und Zerstörung der Natur und mehr-als-menschlichen Welt aufweisen : „Ecofeminism […] works to expose those gendered assumptions, performances, and practices that undergird human relationships with the more-than-human-life world“ . Dabei geht sie davon aus, dass ideologische und strukturelle Verhältnisse zwischen Mensch und Natur Aufschluss über „gender violence“, also über Gewalt gegen unterschiedliche Formen sozialen Geschlechts geben können . Die Vernetzung (interconnectedness) unterschiedlicher Systeme der Unterdrückung und Beherrschung stellen auch Gaard/Estok/Oppermann fest: „Ecocriticism acts as a lens through which to view literature and its relationship to the natural environment. Ecofeminism extends from this framework and refers to the theoretical school of thought that understands forces of oppression as being interconnected“ . Dabei fechten sie diskriminierende Ideologien wie Sexismus, Rassismus, Speziesismus, Ökophobie, Klassismus, Nationalismus und Homophobie an, die auch Haraway als „racially-tinged, sexually-infused, class-saturated, and colonial tones and structures“  moniert; denn solche Ideologien sind auf die Natur ausgerichtet und so der Kontinuität des Gender-Dualismus sowie der Restriktion von Körpern dienlich. Ökofeministische Arbeit ist somit bilateral ausgerichtet: Es gilt, sowohl gegen patriarchale Annahmen und Strukturen anzukämpfen als auch heteronormatives Denken zu denaturalisieren , wodurch der Dualismus von Natur und Kultur aufgelöst werden soll.
 
Es ist festzuhalten, „dass die im Ökofeminismus analysierte Verbindung des Weiblichen mit der Natur von jeweils sehr spezifischen Bedingungen abhängt, die im Einzelnen genau zu untersuchen sind“ . Um vormoderne Texte ökofeministisch analysieren zu können, gilt es also, die Analysekategorien zu operationalisieren, denn neuzeitliche Konzepte sozialer Konstruktionen wie sex, Gender, Körper und Spezies können nicht einfach über Texte gelegt werden, die einem anderen Zeit-, Kultur-, Politik- und Religionsraum entstammen . Viele Texte des deutschsprachigen Mittelalters stehen in „Kriegertraditionen“ , um das Vokabular von Mies/Shiva zu verwenden, also in archaisch-patriarchalen Traditionen, die „monotheistische[n] Religionen wie Christentum, Judentum oder Islam“  entstammen und die misogyne und ökophobe Verhaltensweisen implizieren (können). Androzentrismus und Anthropozentrismus sieht auch Hunnicutt als die Grundursache für die Entfremdung des Menschen von der mehr-als-menschlichen Welt . Aus dieser Entfremdung entsteht schließlich auch das Argument, dass männliche Gewalt und Dominanz angeboren und demzufolge natürlich seien .
 
Für Analysen vormoderner Texte werden nun neben den bereits aus intersektionalen Ansätzen  bekannten Differenzkategorien sex und Gender, Körper, besonders Spezies und infolgedessen die Überschneidungen und Interdependenzen der Kategorien berücksichtigt. Bei allen handelt es sich, wie bereits oben erwähnt, um sozial konstruierte Systeme zur Machtausübung , die je nach historischem und kulturellem Kontext differieren  und in denen es um die Festlegung von Differenzen geht , weshalb sie für die Analyse spätmittelalterlicher Texte operationalisiert werden müssen. Im Anschluss daran gilt es, die systemischen Machtprozesse, die die Unterdrückung und Misshandlung von Frauen und Natur begünstigen, über Analysen der komplexen Überschneidungen der verschiedenen Kategorien herauszustellen, die wiederum zu höherer Relevanz einzelner Kategorien führen können.
 
Die Kategorie Spezies darf wie alle Differenzkategorien nicht essentialistisch , biologistisch oder naturalistisch gedacht werden. Hunnicutt definiert Speziesismus als „ideology that regards one species (humans) as superior and other species (nonhuman) as inferior. This belief system legitimates prejudice and discrimination“ . Diese Hierarchisierung favorisiert die Interessen der eigenen (menschlichen) Spezies und unterbindet die Interessen der ‚anderen‘ (nicht-menschlichen) Spezies, was wiederum zu einem Mangel an Rücksicht auf die Gleichberechtigung nicht-menschlicher oder mehr-als-menschlicher Entitäten führt . Die Unterdrückung ‚anderer‘ Spezies hat also den Anthropozentrismus als Ausgangspunkt. Es gilt, auch ‚andere‘ Spezies als die eigene „zu einem Teil eines komplexen Netzes von Beziehungen [zu] erklär[en]“ , Inklusion der Exklusion  und Othering vorzuziehen: „[T]heir specifity – of kind and of individual – matter“ . Wirft man einen Blick in vormoderne Naturlehren, so wird schnell deutlich, dass bereits die mittelhochdeutsche Fachliteratur nach Spezies unterteilte. So gliedert etwa der Millstätter Physiologus unterschiedliche Spezies in Hinblick auf die Heilsgeschichte nach folgendem Muster: fantastische bzw. fremde Tiere, Reptilien, Säugetiere und Vögel  - tierliche und Wunderwesen werden differenziert; Konrads von Megenberg Buch der Natur wiederum nimmt nach (spät-)antiken lateinischsprachigen Vorbildern wie Aristoteles-Übersetzungen und Texten von Isidor von Sevilla oder Thomas von Cantimpré neben (‚Wunder‘-)Tieren, Pflanzen, Planeten auch den Menschen auf  – letzteren jedoch im ersten Kapitel, ist er doch nach Gottes Abbild geschaffen. Die ‚Wunderwesen‘ werden bei Konrad zu den Tieren gestellt, jedoch mit separaten Unterkapiteln. Die Dichotomie menschlich-tierlich (mehr-als-menschlich) existiert also bereits im Mittelalter.
 
Die Abgrenzung der sozial-kulturellen Einschreibungen von Geschlecht (Gender) von der körperlichen Geschlechtsdimension (sex) wird seit Judith Butler kritisiert , denn die beiden Geschlechterdimensionen hängen untrennbar miteinander zusammen. Bis zum 17. Jahrhundert, so Laqueur, wurde über das sogenannte One-sex-Modell nach Galen jedoch immer wieder die männliche Dominanz bekräftigt, indem das primäre weibliche Geschlechtsorgan, also die Vagina, als anatomisch „minderwertige“  Variante des Penis des Mannes betrachtet wurde . Laqueurs Ansatz, „daß auch die Wahrnehmung und Interpretation der Sexualorgane kulturell geprägt sei“ , ist durchaus zu befürworten; die Annahme eines One-sex-Modells vom Mittelalter bis in die Moderne hinein gilt heute jedoch als überholt: „Laqueur is correct to point out the power of Galen’s one-sex body in sixteenth- and seventeenth-century European culture, but he wrongly assumes that it spent the intervening centuries percolating along“ . In Hinblick auf die Gender-Komponente postulieren Schul/Böth besonders für fiktionale mittelhochdeutsche Texte „eine Pluralität der Geschlechtsidentitäten“ :
 
  
Die heteronormative Geschlechterordnung wurde in vormodernen Gesellschaften nicht in gleicher Weise über eine gefestigte, biologisch-anatomische Verfasstheit des Körpers hergeleitet [wie in der Moderne], so dass in unterschiedlichen diskursiven Kontexten auch variable Formationen ausgebildet werden, die die physischen Grenzen eher fließend gestalten.  
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In diesem Sinne ist ein Umdenken im [[Umweltethik|Umgang]] mit Pflanzen nötig, das zur Sichtbarmachung und [[Buen_Vivir_–_Das_„Gute_Leben“_in_Ecuador|Wertschätzung pflanzlichen Lebens]] führt. Dazu liefern die Plant Studies durch die Beforschung von Menschen-Pflanzen-Beziehungen Impulse.
  
Dieses Fehlen von Beschreibungen biologischer Elemente betont auch Sieber und verweist auf die „Konstruktion elitärer Körper“  in mittelhochdeutschen Texten. Geschlecht eignet im Mittelalter schließlich auch ein stratifizierend-räumliches Moment : „Während männliche Protagonisten den architektonisch und geographisch organisierten Raum unbegrenzt erfahren können, bleibt der Aktionsradius weiblicher Figuren meist auf die Kemenate als Schutzraum beschränkt“ .
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== Interrelationen ==
Die Kategorien Spezies und Gender stellen aber nicht nur die Einschreibungen sozialer Konstrukte dar, sondern markieren auch, „dass unsere Körper materiell verstrickt sind mit einer Vielzahl von Elementen der natürlichen Umwelt“ . Sie sind erstens „selbst aktiv an der Produktion von Bedeutung beteiligt. Körper sind […] sowohl biologische Phänomene als auch das Resultat diskursiver Prozesse“ , Hierarchien, Ungerechtigkeiten und Differenzmerkmale spiegeln sich so zweitens immer auch auf dem Körper wider, in Hinblick auf Geschlechtseinschreibungen etwa durch „die Erzeugung eines geschlechtsspezifischen Habitus als inszenatorischer Effekt von Einkleidung oder kultureller Attribuierung“ . In der mittelhochdeutschen Literatur besonders aufschlussreich für Markierungen von Differenzen sind also Kleidung und kulturelle Attribuierungen , wobei aber nicht nur der Spezies Mensch Körper eignen, sondern eben auch ‚anderen‘ Spezies. Drittens führen Körper selbst diskriminierende, unterdrückende und misshandelnde Handlungen aus. Körper stellen somit sowohl eine intersektionale Kategorie als auch deren Projektionsfläche dar.
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Der Begriff ,Interrelation‘ bedeutet, dass Pflanzen und Menschen „in Beziehung zueinander“ und in einem „wechselseitigen, netzwerkartigen Resonanzverhältnis“<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Stobbe, Urte|Titel=Plant Studies|Sammelband=Handbuch kulturwissenschaftliche ‚Studies‘|Herausgeber*in=Nesselhauf, Jonas/Weber, Florian|Ort=Berlin/Boston|Verlag=de Gruyter|Jahr=2025|Seite=417-434, hier S. 418}}</ref> stehen. Diese Beziehung ist einerseits geprägt von der Abhängigkeit der menschlichen Existenz von Pflanzen,<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Stobbe, Urte|Titel=Plant Studies|Sammelband=Handbuch kulturwissenschaftliche ‚Studies‘|Herausgeber*in=Nesselhauf, Jonas/Weber, Florian|Ort=Berlin/Boston|Verlag=de Gruyter|Jahr=2025|Seite=417-434, hier S. 419}}</ref> andererseits lässt sich „gezielt kollaborativen Interaktionsformen“<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Stobbe, Urte|Titel=Plant Studies|Sammelband=Handbuch kulturwissenschaftliche ‚Studies‘|Herausgeber*in=Nesselhauf, Jonas/Weber, Florian|Ort=Berlin/Boston|Verlag=de Gruyter|Jahr=2025|Seite=417-434, hier S. 417}}</ref> von menschlichen und vegetabilen Entitäten nachspüren.
Hunnicutt schreibt bezüglich des menschlichen Blicks auf Natur von der engen Kongruenz von Sprache und sozialen Strukturen, die die Natur oft als bedrohliche Kraft inszenieren .
 
  
Literaturverzeichnis
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Aus der Biologie stammend, wird hier der Prozess der Koevolution aufgegriffen und für die [[:Kategorie:Literaturwissenschaft|literatur-]] und [[:Kategorie:Kulturwissenschaft|kulturwissenschaftliche]] Forschung fruchtbar gemacht. Koevolution meint im engeren Sinn reziproke, adaptive genetische Veränderungen zwischen interagierenden Spezies.<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Woolhouse, Mark E. J./Webster, Joanne P./Domingo, Esteban/Charlesworth, Brian/Levin, Bruce R.|Titel=Biological and biomedical implications of the co-evolution of pathogens and their hosts|Zeitschrift=Nature Genetics|Band=32|Nummer=-|Jahr=2002|Seite=569-577|Online=https://www.nature.com/articles/ng1202-569|Abruf=10.03.2025}}</ref> Wenn speziell die Interrelationen von Menschen mit mehr-als-menschlichen Spezies thematisiert sind, wird der Begriff allerdings auch unter dem weiteren Phänomen eines generellen Selektionsdrucks, also notwendig werdender Anpassungen an Umweltveränderungen,<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Stephens, Christopher|Titel=Selection, Drift, and the „Forces“ of Evolution|Zeitschrift=Philosophy of Science|Band=71|Nummer=4|Jahr=2004|Seite=550-570, hier S. 562}}</ref> gefasst und bezieht sich nicht mehr konkret auf einen Wandel von Genmaterial.<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Winiwarter, Verena/Knoll, Martin|Titel=Umweltgeschichte. Eine Einführung|Ort=Köln|Verlag=Böhlau Verlag|Jahr=2007|Seite=245}}</ref>
Primärliteratur
 
Konrad von Megenberg: Das ‚Buch der Natur‘. Band II. Kritischer Text nach den Handschriften. Hrsg. von Robert Luff und Georg Steer. Tübingen 2003.
 
Der Millstätter Physiologus. Text, Übersetzung, Kommentar. Hrsg. von Christian Schröder. Würzburg 2005.
 
  
Sekundärliteratur
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Für die kulturwissenschaftlichen Plant Studies bedeutet dies in der Folge einen „‚Shift‘ der Objekt-Subjekt-Verkehrung: Statt dass der Mensch etwas mit Tieren und Pflanzen ‚macht‘, indem er sie seinen Bedürfnissen entsprechend ‚nutzt‘ und sie in jedem Fall zu Objekten seines Handelns macht, sind es nun die Tiere und Pflanzen, die etwas mit den Menschen ‚machen‘“.<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Stobbe, Urte|Titel=Plant Studies|Sammelband=Handbuch kulturwissenschaftliche ‚Studies‘|Herausgeber*in=Nesselhauf, Jonas/Weber, Florian|Ort=Berlin/Boston|Verlag=de Gruyter|Jahr=2025|Seite=417-434, hier S. 424}}</ref>
Judith Butler: Gender Trouble. New York/London 2007.
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Daran schließt nicht nur [[Bruno Latour|Latours]] Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) mit ihrer Anschauung von Welt(en) als sich ständig verändernde(s) Netzwerk(e)<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Latour, Bruno|Titel=Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Einführung in die Akteur-Netzwerk-Theorie|Ort=Frankfurt am Main|Verlag=Suhrkamp|Jahr=2022}}</ref> an, sondern auch Haraways Ansätze von ''companion species''<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Haraway, Donna|Titel=The Companion Species Manifesto. Dogs, People, and Significant Otherness|Ort=Chicago|Verlag=Prickly Paradigm Press|Jahr=2003}}</ref> und ''kinship''<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Haraway, Donna|Titel=Staying with the Trouble. Making Kin in the Chthulucene|Ort=Durham/London|Verlag=Duke University Press|Jahr=2016}}</ref> – alles ist mit etwas verbunden. Ebenso Kimmerers Zugänge im Sinne von ''kinship'', ''reciprocity'' und ''care'',<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kimmerer, Robin Wall|Titel=Braiding Sweetgrass. Indigenous Wisdom, Scientific Knowledge, and the Teaching of Plants|Ort=Minneapolis|Verlag=Milkweed Editions|Jahr=2013}}</ref> also Verwandtschaft, Reziprozität – nehmen Menschen von Pflanzen, so geben sie ihnen unweigerlich auch etwas – sowie Pflege und Fürsorge reihen sich hier ein: Ein Miteinander ist nicht als Handel oder gar Ausbeutung zu verstehen, sondern als gegenseitige Kultur des Schenkens, die Beziehung(en) aufbaut.<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kimmerer, Robin Wall|Titel=Braiding Sweetgrass. Indigenous Wisdom, Scientific Knowledge, and the Teaching of Plants|Ort=Minneapolis|Verlag=Milkweed Editions|Jahr=2013|Seite=20-21}}</ref> Nicht zuletzt Dürbeck, Stobbe und Zemanek fokussieren den „wechselseitige[n] Austausch“ im Interspezies-Kontakt<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in= Dürbeck, Gabriele/Stobbe, Urte/Zemanek, Evi|Titel= Netzwerke des Lebendigen: ''Multispecies agencies'' und Formexperimente in hybriden Genres. Einleitung|Herausgeber*in=Dürbeck, Gabriele/Stobbe, Urte/Zemanek, Evi|Sammelband=Netzwerke des Lebendigen: ''Multispecies agencies'' und Formexperimente in hybriden Genres|Ort=Göttingen|Verlag=V & R unipress|Jahr=2023|Reihe=Transpositiones 2/2|Seite=9-12, hier S. 10}}</ref> (siehe ''natureculture''-Ansatz nach Haraway) und üben im Sinne Haraways Kritik an Natur-Kultur-Dichotomien.<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Stobbe, Urte/Kramer, Anke/Wanning, Berbeli|Titel=Einleitung: Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung|Sammelband=Literaturen und Kulturen des Vegetabilen. Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung|Ort=Berlin|Verlag=Peter Lang|Jahr=2022|Reihe=Studies in Literature, Culture, and the Environment 10|Seite=11-31, hier S. 18}}</ref>
Greta Gaard/Simon C. Estok/Serpil Oppermann: „Introduction“. In: Routledge Interdisciplinary Perspectives on Literature 12 (2013), S. 1-16.
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Christa Grewe-Volpp: „Ökofeminismus und Material Turn“. In: Ecocriticism. Eine Einführung, hrsg. von Gabriele Dürbeck/Urte Stobbe (2015), S. 44-56.
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== Aspekte von Menschen-Pflanzen-Verhältnissen ==
Donna Haraway: The Companion Species Manifesto. Dogs, People, and Significant Otherness. Chicago 2003.
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Solche Zugänge finden in Hinblick auf unterschiedliche [[:Kategorie:Literaturwissenschaft|literatur-]] und kulturwissenschaftliche Themenfelder in historisch wie neuzeitlich ausgerichteten Disziplinen Anwendung, wobei die folgende Auflistung eine offene und nicht hierarchisch zu denkende ist:
Gwen Hunnicutt: Gender Violence in Ecofeminist Perspective. Intersections of Animal Oppression, Patriarchy and Domination of the Earth. London/New York 2020.
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Pamela B. June: Solidarity with the Other Beings on the Planet. Alice Walker, Ecofeminism, and Animals in Literature. Evanston, Illinois 2020.
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* Kultur und Medien: Literatur,<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Preis, Ann-Katrin|Titel=Vegetal Agency and Ecofeminist Resistance. Daphne du Maurier’s „The Apple Tree“|Herausgeber*in= Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine|Sammelband=Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile ''agency'' in der Klimakatastrophe|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2025|Reihe=Climates –  Cultures – Contexts 2|Seite=109-130}}{{Quellen-Literatur|Autor*in=Probst, Simon|Titel=Posthumanistische Ästhetik der Metamorphose: Baum-Menschen und Stein-Werdungen in der narrativen Multimedia-Arbeit von Nonhuman Nonsense|Herausgeber*in= Dürbeck, Gabriele/Stobbe, Urte/Zemanek, Evi|Sammelband=Netzwerke des Lebendigen: ''Multispecies agencies'' und Formexperimente in hybriden Genres|Ort=Göttingen|Verlag=V & R unipress|Jahr=2023|Reihe=Transpositiones 2/2|Seite=107-122}}{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele|Titel=Das Blatt als medialer Filter: fragile Mensch-Pflanze-Beziehungen in Anna Ospelts Wurzelstudien|Herausgeber*in= Dürbeck, Gabriele/Stobbe, Urte/Zemanek, Evi|Sammelband=Netzwerke des Lebendigen: ''Multispecies agencies'' und Formexperimente in hybriden Genres|Ort=Göttingen|Verlag=V & R unipress|Jahr=2023|Reihe=Transpositiones 2/2|Seite=139-156}}</ref> (bildende) Kunst<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Jungen, Thari/Nastold, Friederike|Titel=Umgraben, Kompostieren, Netz-Werken. Mehr-als-menschliche Gefährt*innen gärtnern|Herausgeber*in= Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine|Sammelband=Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile ''agency'' in der Klimakatastrophe|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2025|Reihe=Climates –  Cultures – Contexts 2|Seite=85-108}}</ref> wie der [[Doing Nothing Garden]], Theater,<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Persing, Catherin|Titel=Pflanzen performen. Bühnen des Mehr-als-Menschlichen im Anthropozän|Herausgeber*in= Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine|Sammelband=Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile ''agency'' in der Klimakatastrophe|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2025|Reihe=Climates –  Cultures – Contexts 2|Seite=29-51}}</ref> Filme,<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Engelhard, Sarah|Titel=„This was an act of nature, and we’ll never fully understand it.“ Wenn Pflanzen die menschliche Bevölkerung zum Suizid bringen|Herausgeber*in= Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine|Sammelband=Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile ''agency'' in der Klimakatastrophe|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2025|Reihe=Climates –  Cultures – Contexts 2|Seite=203-229}}</ref> Games,<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hinterleitner, Lisa|Titel=Wie man eine Nirnwurz zum Schweigen bringt. Interdependenzen zwischen spielerischer und vegetabiler ''agency'' in Open-World-Spielen und Strategiespielen|Herausgeber*in= Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine|Sammelband=Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile ''agency'' in der Klimakatastrophe|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2025|Reihe=Climates –  Cultures – Contexts 2|Seite=53-84}}</ref> Kulinarik
Manfred Kern: „Oenone“. In: Lexikon der antiken Gestalten in den deutschen Texten des Mittelalters, hrsg. von Manfred Kern/Alfred Ebenbauer (2003), S. 437-438.
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* Religionen, indigene Praktiken<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kimmerer, Robin Wall|Titel=Braiding Sweetgrass. Indigenous Wisdom, Scientific Knowledge, and the Teaching of Plants|Ort=Minneapolis|Verlag=Milkweed Editions|Jahr=2013}}</ref> wie das [[Buen Vivir – Das „Gute Leben“ in Ecuador|Buen Vivir in Ecuador]] und Medizin(-philosophie)<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Romfeld, Elsa|Titel=Der Ruf der Pflanze. Eine Erinnerung an unsere natürliche Verbundenheit|Herausgeber*in= Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine|Sammelband=Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile ''agency'' in der Klimakatastrophe|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2025|Reihe=Climates –  Cultures – Contexts 2|Seite=177-202}}</ref>
Andreas Kraß: „Einführung: Historische Intersektionalitätsforschung als kulturwissenschaftliches Projekt“. In: Durchkreuzte Helden. Das „Nibelungenlied“ und Fritz Langs Film „Die Nibelungen“ im Licht der Intersektionalitätsforschung, hrsg. von Nataša Bedeković/Andreas Kraß/Astrid Lembke (2014), S. 7-47.
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* Landwirtschaft und Ernährung
Thomas Laqueur: Auf den Leib geschrieben. Die Inszenierung der Geschlechter von der Antike bis Freud. Aus dem Englischen von H. Jochen Bußmann. Frankfurt am Main/New York 1992.
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* Institutionen: Forschungseinrichtungen und Wissenschaft, Politik, Architektur und Immobilien, Stadt- und Landschaftsplanung, (Klima-)Aktivismus, NGOs<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Sternath, Sophia|Titel=Eco Enzyme. Tackling the Climate Catastrophe with Plant-Based Reusable Products|Herausgeber*in= Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine|Sammelband=Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile ''agency'' in der Klimakatastrophe|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2025|Reihe=Climates –  Cultures – Contexts 2|Seite=151-176}}</ref>
Sherilyn MacGregor: „Gender and Environment: An Introduction“. In: Routledge Handbook of Gender and Environment, hrsg. von Sherilyn MacGregor (2017), S. 1-24.
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* …
Katherine Park: „Cadden, Laqueur, and the ‚One-Sex Body‘“. In: Medieval Feminist Forum 46 (1) (2010), S. 96-100.
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Susanne Schul: HeldenGeschlechtNarrationen. Gender, Intersektionalität und Transformation im Nibelungenlied und in Nibelungenlied-Adaptionen. Frankfurt am Main 2014.
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Susanne Schul/Mareike Böth: „Abenteuerliche ‚Überkreuzungen‘: Vormoderne intersektional“. In: Abenteuerliche ‚Überkreuzungen‘: Vormoderne intersektional, hrsg. von Susanne Schul/Mareike Böth/Michael Mecklenburg (2017), S. 9-39.
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Bei all diesen Bestrebungen ist einzuwenden, dass die Perspektiven der Plant Studies unweigerlich anthropozentrisch sind, also „auf den menschlichen Vorstellungen von Sprache und Kommunikation basier[en].“<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Stobbe, Urte/Kramer, Anke/Wanning, Berbeli|Titel=Einleitung: Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung|Sammelband=Literaturen und Kulturen des Vegetabilen. Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung|Ort=Berlin|Verlag=Peter Lang|Jahr=2022|Reihe=Studies in Literature, Culture, and the Environment 10|Seite=11-31, hier S. 17}}</ref> Nichtsdestoweniger fördern die Plant Studies das Bewusstsein für die Relevanz von Pflanzen<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Stobbe, Urte/Kramer, Anke/Wanning, Berbeli|Titel=Einleitung: Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung|Sammelband=Literaturen und Kulturen des Vegetabilen. Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung|Ort=Berlin|Verlag=Peter Lang|Jahr=2022|Reihe=Studies in Literature, Culture, and the Environment 10|Seite=11-31, hier S. 18}}</ref> in unterschiedlichen Kontexten. Im Folgenden stehen verschiedene Einzelaspekte von Menschen-Pflanzen-Relationen im Fokus.
Maria Mies/Vandana Shiva: „Einleitung: Warum wir dieses Buch zusammen geschrieben haben“. In: Ökofeminismus. Beiträge zur Praxis und Theorie. Aus dem Englischen übersetzt von Andrea Hunziker und Margrit Klingler-Clavijo, hrsg. von Maria Mies/Vandana Shiva (1995), S. 7-35.
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Vandana Shiva: „Ökofeminismus“. In: Eine andere Welt ist möglich. Aufforderung zum zivilen Ungehorsam. Aus dem Französischen von Gabriele Gockel, Sonja Schuhmacher und Thomas Wollermann, hrsg. von Lionel Astruc/Vandana Shiva (2019), S. 125-148.
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=== Pflanzen als handlungsrelevante Entitäten ===
Andrea Sieber: „Gender Studies“. In: Literatur- und Kulturtheorien in der Germanistischen Mediävistik. Ein Handbuch, hrsg. von Christiane Ackermann und Michael Egerding (2015), S. 103-140.
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Stobbe, Kramer und Wanning fragen in kulturellen und literarischen Kontexten danach, „[w]ie viel Raum [...] der Text Pflanzen hinsichtlich ihrer Redeanteile, als Handlungsort, als handlungsrelevante Entität [gibt]“.<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Stobbe, Urte/Kramer, Anke/Wanning, Berbeli|Titel=Einleitung: Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung|Sammelband=Literaturen und Kulturen des Vegetabilen. Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung|Ort=Berlin|Verlag=Peter Lang|Jahr=2022|Reihe=Studies in Literature, Culture, and the Environment 10|Seite=11-31, hier S. 16}}</ref> Dem liegt ein weiter Textbegriff zugrunde, d. h. unter ‚Text‘ fallen nicht nur in Schriftzeichen verfasste, kohärente und kohäsive Sinneinheiten, sondern auch andere Medien wie Bild, Film, Game und Musik.
Inge Stephan: „Gender, Geschlecht und Theorie“. In: Gender Studien. Eine Einführung, hrsg. von Christina von Braun/Inge Stephan (2006), S. 52-90.
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Handlungsrelevanz bedeutet nicht, dass Pflanzen „reine[...] Plottreiber“<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Weik von Mossner, Alexa|Titel=Grüne Filmstudien|Herausgeber*in=Dürbeck, Gabriele/Stobbe, Urte|Sammelband=Ecocriticism: Eine Einführung|Ort=Köln|Verlag=Böhlau Verlag|Jahr=2015|Seite=271-281, hier S. 274}}</ref> seien, sondern sie konstituiert sich über unterschiedliche Aspekte von Pflanzen als Figuren mit eigener Zeit, Stimme, Raum<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Stobbe, Urte|Titel=Plant Studies|Sammelband=Handbuch kulturwissenschaftliche ‚Studies‘|Herausgeber*in=Nesselhauf, Jonas/Weber, Florian|Ort=Berlin/Boston|Verlag=de Gruyter|Jahr=2025|Seite=417-434, hier S. 427}}</ref> und Ort. Diese verlangen eine Neuausrichtung im [[Climate Thinking|Sprechen über den, im Erzählen vom und im Nachdenken über]] den Klimawandel. So gilt es, pflanzliche Figuren
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* in unterschiedlichen literarischen Gattungen vom Blickwinkel einer „dominant gesetzten Menschenbezogenheit“<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Stobbe, Urte|Titel=Plant Studies|Sammelband=Handbuch kulturwissenschaftliche ‚Studies‘|Herausgeber*in=Nesselhauf, Jonas/Weber, Florian|Ort=Berlin/Boston|Verlag=de Gruyter|Jahr=2025|Seite=417-434, hier S. 427}}</ref> oder von metaphorischen, anthropozentrischen Perspektiven zu lösen;
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* nicht menschlich gedachter Zeit unterzuordnen, sondern ihre „Eigenzeiten“<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Stobbe, Urte|Titel=Plant Studies|Sammelband=Handbuch kulturwissenschaftliche ‚Studies‘|Herausgeber*in=Nesselhauf, Jonas/Weber, Florian|Ort=Berlin/Boston|Verlag=de Gruyter|Jahr=2025|Seite=417-434, hier S. 427}}</ref> zu erfassen;
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* in ihren ganz eigenen Stimmen wahrzunehmen, die für die Menschen nicht akustisch hörbar sind;
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* in ihrer Verankerung im Raum (''space'', geometrisch oder topografisch abstrahiert<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Buell, Lawrence|Titel= The Future of Environmental Criticism. Environmental Crisis and Literary Imagination|Ort=MA/Oxford, UK|Verlag=Blackwell Publishing|Jahr=2005|Seite=63}}</ref>) zu bedenken, anstatt sie davon zu separieren;<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Stobbe, Urte|Titel=Plant Studies|Sammelband=Handbuch kulturwissenschaftliche ‚Studies‘|Herausgeber*in=Nesselhauf, Jonas/Weber, Florian|Ort=Berlin/Boston|Verlag=de Gruyter|Jahr=2025|Seite=417-434, hier S. 427}}</ref>
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* und ihre Gebundenheit an einen Ort oder eine Örtlichkeit (''place'', konkret lokalisierbarer Raum, dem Bedeutung beigemessen wird<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Buell, Lawrence|Titel= The Future of Environmental Criticism. Environmental Crisis and Literary Imagination|Ort=MA/Oxford, UK|Verlag=Blackwell Publishing|Jahr=2005|Seite=63}}</ref>) mitzudenken.
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Dabei können sich „die Grenzen zwischen animalischen und vegetabilen, zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Wesen“<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Stobbe, Urte/Kramer, Anke/Wanning, Berbeli|Titel=Einleitung: Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung|Sammelband=Literaturen und Kulturen des Vegetabilen. Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung|Ort=Berlin|Verlag=Peter Lang|Jahr=2022|Reihe=Studies in Literature, Culture, and the Environment 10|Seite=11-31, hier S. 16}}</ref> verschieben.
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=== Pflanzen als Handlungsträgerinnen ===
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Pflanzen können über ihren Figurenstatus hinaus auch Handlungsträgerinnen sein. In diesem Kontext stellt sich die Frage nach ''agency'' und ihrem Akteurinnenstatus. Der Begriff ''agency'' kann in Handlungs- und Wirkungsmacht unterteilt werden; erstere bedeutet, dass Pflanzen Dinge tun können, während zweitere impliziert, dass Pflanzen andere dazu bringen, etwas zu tun.<ref>Vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Latour, Bruno|Titel=Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Einführung in die Akteur-Netzwerk-Theorie|Ort=Frankfurt am Main|Verlag=Suhrkamp|Jahr=2022|Seite=88}}</ref> Dabei ist es wichtig, unter ''agency'' „nicht automatisch einen menschenähnlichen Subjektstatus [zu] verstehen.“<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine|Titel=Menschen-Pflanzen-Netzwerke und vegetabile ''agency'' in der Klimakatastrophe. Einleitung|Herausgeber*in= Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine|Sammelband=Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile ''agency'' in der Klimakatastrophe|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2025|Reihe=Climates –  Cultures – Contexts 2|Seite=9-25, hier S. 10}}</ref>
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=== Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und anderen Entitäten ===
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Gerade in Hinblick auf Handlungsrelevanz und ''agency'' werden Wechselwirkungen zwischen pflanzlichen und weiteren Entitäten sichtbar. Um diese Wechselwirkungen zu untersuchen, eignet sich [[Bruno Latour|Latours]] Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT), die von einem dynamischen Netzwerk-Gedanken geprägt ist: „[D]ie Entitäten treten durch die Handlung in ein Netzwerk ein, an dem sie konstitutiv teilhaben.“<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine|Titel=Menschen-Pflanzen-Netzwerke und vegetabile ''agency'' in der Klimakatastrophe. Einleitung|Herausgeber*in= Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine|Sammelband=Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile ''agency'' in der Klimakatastrophe|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2025|Reihe=Climates –  Cultures – Contexts 2|Seite=9-25, hier S. 13}}</ref> Dadurch sind Netzwerke stets nach außen geöffnet, „mit anderen Netzwerken verbunden und somit interkonnektiv“<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine|Titel=Menschen-Pflanzen-Netzwerke und vegetabile ''agency'' in der Klimakatastrophe. Einleitung|Herausgeber*in= Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine|Sammelband=Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile ''agency'' in der Klimakatastrophe|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2025|Reihe=Climates –  Cultures – Contexts 2|Seite=9-25, hier S. 18}}</ref>.
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Netzwerke stellen jedoch nicht nur Metaphern oder Vergleiche dar, sondern können als ganz konkretes Analysewerkzeug verwendet werden.
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=== Differenzen von Pflanzen und anderen Entitäten ===
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In Hinblick auf Menschen-Pflanzen-Verhältnisse ist nicht zuletzt interessant, wie und wodurch pflanzliche Entitäten sich von nicht-pflanzlichen Figuren absetzen. Mithilfe der Frage, wie „stabil bzw. porös […] die Grenzen zwischen den Wesen [sind]“<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Stobbe, Urte/Kramer, Anke/Wanning, Berbeli|Titel=Einleitung: Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung|Sammelband=Literaturen und Kulturen des Vegetabilen. Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung|Ort=Berlin|Verlag=Peter Lang|Jahr=2022|Reihe=Studies in Literature, Culture, and the Environment 10|Seite=11-31, hier S. 16}}</ref>, lassen sich hybride und anthropomorphe Figuren untersuchen.
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== Ausblick ==
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Die Auseinandersetzung mit Menschen-Pflanzen-Verhältnissen eröffnet nicht nur neue Perspektiven auf die Rolle von Pflanzen in unserem Leben, sondern fordert auch ein grundlegendes Umdenken in der Art und Weise, wie wir diese Beziehungen wahrnehmen und gestalten. Die Konzepte der Pflanzenblindheit und der Interrelationen zwischen Menschen und Pflanzen verdeutlichen, dass ein tiefes Verständnis für die Bedeutung pflanzlichen Lebens in der Biosphäre und in menschlichen Angelegenheiten unerlässlich ist.
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== Weiterführendes ==
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* Chamovitz, Daniel (2019): ''Was Pflanzen wissen. Wie sie hören, schmecken und sich erinnern.'' München: Goldmann.
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* Dürbeck, Gabriele/Stobbe, Urte/Zemanek, Evi (Hrsg.) (2023): ''Netzwerke des Lebendigen: ''Multispecies agencies'' und Formexperimente in hybriden Genres.'' Göttingen: V & R unipress.
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* Kimmerer, Robin Wall (2013): ''Braiding Sweetgrass. Indigenous Wisdom, Scientific Knowledge, and the Teaching of Plants.'' Minneapolis: Milkweed Editions.  
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*Le Guin, Ursula K. (2019): ''The Carrier Bag Theory of Fiction. Introduced by Donna Haraway.'' Glasgow: BookSource.
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* Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine (Hrsg.) (2025): ''Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile ''agency'' in der Klimakatastrophe.'' Bielefeld: transcript.
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== Belege ==
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[[Kategorie: Vom Klimawandel erzählen]]
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[[Kategorie: Pflanzen]]

Aktuelle Version vom 17. März 2025, 15:25 Uhr

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Dieser Beitrag ist kein inhaltlicher Bestandteil des Living Handbooks, sondern die persönliche Werkstatt-Seite von Nutzer*in Vanessa-Nadine Sternath. Bitte nehmen Sie keine Änderungen an dieser Seite vor, ohne dies zuvor mit Vanessa-Nadine Sternath abgesprochen zu haben.


Menschen-Pflanzen-Verhältnisse

Dieser Artikel dient als Einführung in einen Teilkomplex der kulturwissenschaftlichen Plant Studies: Menschen-Pflanzen-Verhältnisse, Menschen-Pflanzen-Beziehungen oder Menschen-Pflanzen-Relationen. Sie stellen nach Stobbe, Kramer und Wanning einen der fünf thematischen Aspekte der Plant Studies dar,[1] wobei die Grenzen zwischen den einzelnen Aspekten fließend sein können, und beschäftigen sich mit verschiedenen Leitfragen. Diese dienen im Beitrag als Gliederungspunkte verschiedener Teilaspekte von Menschen-Pflanzen-Verhältnissen. Zuvor wird der Frage nachgegangen, warum Pflanzen oft übersehen wurden und werden, sowie eine Einführung in die wichtigsten Begriffe gegeben

plant blindness – Pflanzenblindheit

Der Begriff plant blindness, zu Deutsch ‚Pflanzenblindheit‘, stammt aus der Botanik und impliziert das menschliche Unvermögen, Pflanzen in der eigenen Umgebung wahrzunehmen. Daraus können Unaufmerksamkeit gegenüber und Unterrepräsentation von Pflanzen resultieren.[2] Wandersee und Schussler definieren plant blindness als „(a) the inability to recognize the importance of plants in the biosphere, and in human affairs; (b) the inability to appreciate the aesthetic and unique biological features of the life forms belonging to the Plant Kingdom; and (c) the misguided, anthropocentric ranking of plants as inferior to animals, leading to the erroneous conclusion that they are unworthy of human consideration [...].“[3]

Wandersee und Schussler benennen neun Symptome von plant blindness:

  1. das Übersehen von Pflanzen im Alltag
  2. die Annahme, dass Pflanzen nur als Kulisse von Tieren dienen
  3. Irrtümer über pflanzliche Lebensbedürfnisse und -bedingungen
  4. das Nicht-Beachten der Bedeutung von Pflanzen im täglichen Leben
  5. das Versäumnis, zwischen pflanzlichen und tierlichen Zeitkonzepten zu unterscheiden
  6. der Mangel an Praxiserfahrungen im Hinblick auf den Anbau, die Beobachtung und die Bestimmung von Pflanzen in der eigenen geographischen Region
  7. das Versagen hinsichtlich grundlegenden Wissens über Pflanzen in der eigenen geographischen Region: Pflanzenwachstum, Ernährung, Fortpflanzung und ökologische Aspekte
  8. das mangelnde Bewusstsein, dass Pflanzen zentral für den CO2-Kreislauf sind
  9. das mangelnde Bewusstsein für pflanzliche Ästhetik und ihre Strukturen: Anpassungen, Koevolution, Farben, Ausbreitung, Vielfalt, Wachstumsgewohnheiten, Düfte, Größen, Geräusche, Abstände, Stärke, Symmetrie, Taktilität, Geschmack und Textur[4]


In diesem Sinne ist ein Umdenken im Umgang mit Pflanzen nötig, das zur Sichtbarmachung und Wertschätzung pflanzlichen Lebens führt. Dazu liefern die Plant Studies durch die Beforschung von Menschen-Pflanzen-Beziehungen Impulse.

Interrelationen

Der Begriff ,Interrelation‘ bedeutet, dass Pflanzen und Menschen „in Beziehung zueinander“ und in einem „wechselseitigen, netzwerkartigen Resonanzverhältnis“[5] stehen. Diese Beziehung ist einerseits geprägt von der Abhängigkeit der menschlichen Existenz von Pflanzen,[6] andererseits lässt sich „gezielt kollaborativen Interaktionsformen“[7] von menschlichen und vegetabilen Entitäten nachspüren.

Aus der Biologie stammend, wird hier der Prozess der Koevolution aufgegriffen und für die literatur- und kulturwissenschaftliche Forschung fruchtbar gemacht. Koevolution meint im engeren Sinn reziproke, adaptive genetische Veränderungen zwischen interagierenden Spezies.[8] Wenn speziell die Interrelationen von Menschen mit mehr-als-menschlichen Spezies thematisiert sind, wird der Begriff allerdings auch unter dem weiteren Phänomen eines generellen Selektionsdrucks, also notwendig werdender Anpassungen an Umweltveränderungen,[9] gefasst und bezieht sich nicht mehr konkret auf einen Wandel von Genmaterial.[10]

Für die kulturwissenschaftlichen Plant Studies bedeutet dies in der Folge einen „‚Shift‘ der Objekt-Subjekt-Verkehrung: Statt dass der Mensch etwas mit Tieren und Pflanzen ‚macht‘, indem er sie seinen Bedürfnissen entsprechend ‚nutzt‘ und sie in jedem Fall zu Objekten seines Handelns macht, sind es nun die Tiere und Pflanzen, die etwas mit den Menschen ‚machen‘“.[11] Daran schließt nicht nur Latours Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) mit ihrer Anschauung von Welt(en) als sich ständig verändernde(s) Netzwerk(e)[12] an, sondern auch Haraways Ansätze von companion species[13] und kinship[14] – alles ist mit etwas verbunden. Ebenso Kimmerers Zugänge im Sinne von kinship, reciprocity und care,[15] also Verwandtschaft, Reziprozität – nehmen Menschen von Pflanzen, so geben sie ihnen unweigerlich auch etwas – sowie Pflege und Fürsorge reihen sich hier ein: Ein Miteinander ist nicht als Handel oder gar Ausbeutung zu verstehen, sondern als gegenseitige Kultur des Schenkens, die Beziehung(en) aufbaut.[16] Nicht zuletzt Dürbeck, Stobbe und Zemanek fokussieren den „wechselseitige[n] Austausch“ im Interspezies-Kontakt[17] (siehe natureculture-Ansatz nach Haraway) und üben im Sinne Haraways Kritik an Natur-Kultur-Dichotomien.[18]

Aspekte von Menschen-Pflanzen-Verhältnissen

Solche Zugänge finden in Hinblick auf unterschiedliche literatur- und kulturwissenschaftliche Themenfelder in historisch wie neuzeitlich ausgerichteten Disziplinen Anwendung, wobei die folgende Auflistung eine offene und nicht hierarchisch zu denkende ist:

  • Kultur und Medien: Literatur,[19] (bildende) Kunst[20] wie der Doing Nothing Garden, Theater,[21] Filme,[22] Games,[23] Kulinarik
  • Religionen, indigene Praktiken[24] wie das Buen Vivir in Ecuador und Medizin(-philosophie)[25]
  • Landwirtschaft und Ernährung
  • Institutionen: Forschungseinrichtungen und Wissenschaft, Politik, Architektur und Immobilien, Stadt- und Landschaftsplanung, (Klima-)Aktivismus, NGOs[26]


Bei all diesen Bestrebungen ist einzuwenden, dass die Perspektiven der Plant Studies unweigerlich anthropozentrisch sind, also „auf den menschlichen Vorstellungen von Sprache und Kommunikation basier[en].“[27] Nichtsdestoweniger fördern die Plant Studies das Bewusstsein für die Relevanz von Pflanzen[28] in unterschiedlichen Kontexten. Im Folgenden stehen verschiedene Einzelaspekte von Menschen-Pflanzen-Relationen im Fokus.

Pflanzen als handlungsrelevante Entitäten

Stobbe, Kramer und Wanning fragen in kulturellen und literarischen Kontexten danach, „[w]ie viel Raum [...] der Text Pflanzen hinsichtlich ihrer Redeanteile, als Handlungsort, als handlungsrelevante Entität [gibt]“.[29] Dem liegt ein weiter Textbegriff zugrunde, d. h. unter ‚Text‘ fallen nicht nur in Schriftzeichen verfasste, kohärente und kohäsive Sinneinheiten, sondern auch andere Medien wie Bild, Film, Game und Musik. Handlungsrelevanz bedeutet nicht, dass Pflanzen „reine[...] Plottreiber“[30] seien, sondern sie konstituiert sich über unterschiedliche Aspekte von Pflanzen als Figuren mit eigener Zeit, Stimme, Raum[31] und Ort. Diese verlangen eine Neuausrichtung im Sprechen über den, im Erzählen vom und im Nachdenken über den Klimawandel. So gilt es, pflanzliche Figuren

  • in unterschiedlichen literarischen Gattungen vom Blickwinkel einer „dominant gesetzten Menschenbezogenheit“[32] oder von metaphorischen, anthropozentrischen Perspektiven zu lösen;
  • nicht menschlich gedachter Zeit unterzuordnen, sondern ihre „Eigenzeiten“[33] zu erfassen;
  • in ihren ganz eigenen Stimmen wahrzunehmen, die für die Menschen nicht akustisch hörbar sind;
  • in ihrer Verankerung im Raum (space, geometrisch oder topografisch abstrahiert[34]) zu bedenken, anstatt sie davon zu separieren;[35]
  • und ihre Gebundenheit an einen Ort oder eine Örtlichkeit (place, konkret lokalisierbarer Raum, dem Bedeutung beigemessen wird[36]) mitzudenken.


Dabei können sich „die Grenzen zwischen animalischen und vegetabilen, zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Wesen“[37] verschieben.

Pflanzen als Handlungsträgerinnen

Pflanzen können über ihren Figurenstatus hinaus auch Handlungsträgerinnen sein. In diesem Kontext stellt sich die Frage nach agency und ihrem Akteurinnenstatus. Der Begriff agency kann in Handlungs- und Wirkungsmacht unterteilt werden; erstere bedeutet, dass Pflanzen Dinge tun können, während zweitere impliziert, dass Pflanzen andere dazu bringen, etwas zu tun.[38] Dabei ist es wichtig, unter agency „nicht automatisch einen menschenähnlichen Subjektstatus [zu] verstehen.“[39]

Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und anderen Entitäten

Gerade in Hinblick auf Handlungsrelevanz und agency werden Wechselwirkungen zwischen pflanzlichen und weiteren Entitäten sichtbar. Um diese Wechselwirkungen zu untersuchen, eignet sich Latours Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT), die von einem dynamischen Netzwerk-Gedanken geprägt ist: „[D]ie Entitäten treten durch die Handlung in ein Netzwerk ein, an dem sie konstitutiv teilhaben.“[40] Dadurch sind Netzwerke stets nach außen geöffnet, „mit anderen Netzwerken verbunden und somit interkonnektiv“[41]. Netzwerke stellen jedoch nicht nur Metaphern oder Vergleiche dar, sondern können als ganz konkretes Analysewerkzeug verwendet werden.

Differenzen von Pflanzen und anderen Entitäten

In Hinblick auf Menschen-Pflanzen-Verhältnisse ist nicht zuletzt interessant, wie und wodurch pflanzliche Entitäten sich von nicht-pflanzlichen Figuren absetzen. Mithilfe der Frage, wie „stabil bzw. porös […] die Grenzen zwischen den Wesen [sind]“[42], lassen sich hybride und anthropomorphe Figuren untersuchen.

Ausblick

Die Auseinandersetzung mit Menschen-Pflanzen-Verhältnissen eröffnet nicht nur neue Perspektiven auf die Rolle von Pflanzen in unserem Leben, sondern fordert auch ein grundlegendes Umdenken in der Art und Weise, wie wir diese Beziehungen wahrnehmen und gestalten. Die Konzepte der Pflanzenblindheit und der Interrelationen zwischen Menschen und Pflanzen verdeutlichen, dass ein tiefes Verständnis für die Bedeutung pflanzlichen Lebens in der Biosphäre und in menschlichen Angelegenheiten unerlässlich ist.

Weiterführendes

  • Chamovitz, Daniel (2019): Was Pflanzen wissen. Wie sie hören, schmecken und sich erinnern. München: Goldmann.
  • Dürbeck, Gabriele/Stobbe, Urte/Zemanek, Evi (Hrsg.) (2023): Netzwerke des Lebendigen: Multispecies agencies und Formexperimente in hybriden Genres. Göttingen: V & R unipress.
  • Kimmerer, Robin Wall (2013): Braiding Sweetgrass. Indigenous Wisdom, Scientific Knowledge, and the Teaching of Plants. Minneapolis: Milkweed Editions.
  • Le Guin, Ursula K. (2019): The Carrier Bag Theory of Fiction. Introduced by Donna Haraway. Glasgow: BookSource.
  • Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine (Hrsg.) (2025): Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile agency in der Klimakatastrophe. Bielefeld: transcript.

Belege

  1. Vgl. Stobbe, Urte/Kramer, Anke/Wanning, Berbeli (2022): Einleitung: Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung. Literaturen und Kulturen des Vegetabilen. Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung, Berlin: Peter Lang, S. 11-31, hier S. 16. Stobbe, Urte (2025): Plant Studies. In: Nesselhauf, Jonas/Weber, Florian (Hrsg.): Handbuch kulturwissenschaftliche ‚Studies‘, Berlin/Boston: de Gruyter, S. 417-434, hier S. 426.
  2. Vgl. Wandersee, James H./Schussler, Elisabeth E. (2001): Towards a Theory of Plant Blindness. In: Plant Science Bulletin. Bulletin of the Botanical Society of America 47(1), S. 2-9, hier S. 3. Online, zuletzt abgerufen am 10.03.2025.
  3. Wandersee, James H./Schussler, Elisabeth E. (2001): Towards a Theory of Plant Blindness. In: Plant Science Bulletin. Bulletin of the Botanical Society of America 47(1), S. 2-9, hier S. 3. Online, zuletzt abgerufen am 10.03.2025.
  4. Vgl. Wandersee, James H./Schussler, Elisabeth E. (2001): Towards a Theory of Plant Blindness. In: Plant Science Bulletin. Bulletin of the Botanical Society of America 47(1), S. 2-9, hier S. 3. Online, zuletzt abgerufen am 10.03.2025.
  5. Stobbe, Urte (2025): Plant Studies. In: Nesselhauf, Jonas/Weber, Florian (Hrsg.): Handbuch kulturwissenschaftliche ‚Studies‘, Berlin/Boston: de Gruyter, S. 417-434, hier S. 418.
  6. Vgl. Stobbe, Urte (2025): Plant Studies. In: Nesselhauf, Jonas/Weber, Florian (Hrsg.): Handbuch kulturwissenschaftliche ‚Studies‘, Berlin/Boston: de Gruyter, S. 417-434, hier S. 419.
  7. Stobbe, Urte (2025): Plant Studies. In: Nesselhauf, Jonas/Weber, Florian (Hrsg.): Handbuch kulturwissenschaftliche ‚Studies‘, Berlin/Boston: de Gruyter, S. 417-434, hier S. 417.
  8. Vgl. Woolhouse, Mark E. J./Webster, Joanne P./Domingo, Esteban/Charlesworth, Brian/Levin, Bruce R. (2002): Biological and biomedical implications of the co-evolution of pathogens and their hosts. In: Nature Genetics 32(-), S. 569-577. Online, zuletzt abgerufen am 10.03.2025.
  9. Vgl. Stephens, Christopher (2004): Selection, Drift, and the „Forces“ of Evolution. In: Philosophy of Science 71(4), S. 550-570, hier S. 562.
  10. Vgl. Winiwarter, Verena/Knoll, Martin (2007): Umweltgeschichte. Eine Einführung. Köln: Böhlau Verlag, S. 245.
  11. Stobbe, Urte (2025): Plant Studies. In: Nesselhauf, Jonas/Weber, Florian (Hrsg.): Handbuch kulturwissenschaftliche ‚Studies‘, Berlin/Boston: de Gruyter, S. 417-434, hier S. 424.
  12. Vgl. Latour, Bruno (2022): Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Einführung in die Akteur-Netzwerk-Theorie. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
  13. Vgl. Haraway, Donna (2003): The Companion Species Manifesto. Dogs, People, and Significant Otherness. Chicago: Prickly Paradigm Press.
  14. Vgl. Haraway, Donna (2016): Staying with the Trouble. Making Kin in the Chthulucene. Durham/London: Duke University Press.
  15. Vgl. Kimmerer, Robin Wall (2013): Braiding Sweetgrass. Indigenous Wisdom, Scientific Knowledge, and the Teaching of Plants. Minneapolis: Milkweed Editions.
  16. Vgl. Kimmerer, Robin Wall (2013): Braiding Sweetgrass. Indigenous Wisdom, Scientific Knowledge, and the Teaching of Plants. Minneapolis: Milkweed Editions, S. 20-21.
  17. Dürbeck, Gabriele/Stobbe, Urte/Zemanek, Evi (2023): Netzwerke des Lebendigen: Multispecies agencies und Formexperimente in hybriden Genres. Einleitung. In: Dürbeck, Gabriele/Stobbe, Urte/Zemanek, Evi (Hrsg.): Netzwerke des Lebendigen: Multispecies agencies und Formexperimente in hybriden Genres, Göttingen: V & R unipress, S. 9-12, hier S. 10.
  18. Vgl. Stobbe, Urte/Kramer, Anke/Wanning, Berbeli (2022): Einleitung: Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung. Literaturen und Kulturen des Vegetabilen. Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung, Berlin: Peter Lang, S. 11-31, hier S. 18.
  19. Vgl. Preis, Ann-Katrin (2025): Vegetal Agency and Ecofeminist Resistance. Daphne du Maurier’s „The Apple Tree“. In: Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine (Hrsg.): Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile agency in der Klimakatastrophe, Bielefeld: transcript, S. 109-130. Probst, Simon (2023): Posthumanistische Ästhetik der Metamorphose: Baum-Menschen und Stein-Werdungen in der narrativen Multimedia-Arbeit von Nonhuman Nonsense. In: Dürbeck, Gabriele/Stobbe, Urte/Zemanek, Evi (Hrsg.): Netzwerke des Lebendigen: Multispecies agencies und Formexperimente in hybriden Genres, Göttingen: V & R unipress, S. 107-122. Dürbeck, Gabriele (2023): Das Blatt als medialer Filter: fragile Mensch-Pflanze-Beziehungen in Anna Ospelts Wurzelstudien. In: Dürbeck, Gabriele/Stobbe, Urte/Zemanek, Evi (Hrsg.): Netzwerke des Lebendigen: Multispecies agencies und Formexperimente in hybriden Genres, Göttingen: V & R unipress, S. 139-156.
  20. Vgl. Jungen, Thari/Nastold, Friederike (2025): Umgraben, Kompostieren, Netz-Werken. Mehr-als-menschliche Gefährt*innen gärtnern. In: Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine (Hrsg.): Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile agency in der Klimakatastrophe, Bielefeld: transcript, S. 85-108.
  21. Vgl. Persing, Catherin (2025): Pflanzen performen. Bühnen des Mehr-als-Menschlichen im Anthropozän. In: Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine (Hrsg.): Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile agency in der Klimakatastrophe, Bielefeld: transcript, S. 29-51.
  22. Vgl. Engelhard, Sarah (2025): „This was an act of nature, and we’ll never fully understand it.“ Wenn Pflanzen die menschliche Bevölkerung zum Suizid bringen. In: Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine (Hrsg.): Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile agency in der Klimakatastrophe, Bielefeld: transcript, S. 203-229.
  23. Hinterleitner, Lisa (2025): Wie man eine Nirnwurz zum Schweigen bringt. Interdependenzen zwischen spielerischer und vegetabiler agency in Open-World-Spielen und Strategiespielen. In: Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine (Hrsg.): Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile agency in der Klimakatastrophe, Bielefeld: transcript, S. 53-84.
  24. Vgl. Kimmerer, Robin Wall (2013): Braiding Sweetgrass. Indigenous Wisdom, Scientific Knowledge, and the Teaching of Plants. Minneapolis: Milkweed Editions.
  25. Vgl. Romfeld, Elsa (2025): Der Ruf der Pflanze. Eine Erinnerung an unsere natürliche Verbundenheit. In: Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine (Hrsg.): Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile agency in der Klimakatastrophe, Bielefeld: transcript, S. 177-202.
  26. Vgl. Sternath, Sophia (2025): Eco Enzyme. Tackling the Climate Catastrophe with Plant-Based Reusable Products. In: Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine (Hrsg.): Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile agency in der Klimakatastrophe, Bielefeld: transcript, S. 151-176.
  27. Stobbe, Urte/Kramer, Anke/Wanning, Berbeli (2022): Einleitung: Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung. Literaturen und Kulturen des Vegetabilen. Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung, Berlin: Peter Lang, S. 11-31, hier S. 17.
  28. Vgl. Stobbe, Urte/Kramer, Anke/Wanning, Berbeli (2022): Einleitung: Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung. Literaturen und Kulturen des Vegetabilen. Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung, Berlin: Peter Lang, S. 11-31, hier S. 18.
  29. Stobbe, Urte/Kramer, Anke/Wanning, Berbeli (2022): Einleitung: Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung. Literaturen und Kulturen des Vegetabilen. Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung, Berlin: Peter Lang, S. 11-31, hier S. 16.
  30. Weik von Mossner, Alexa (2015): Grüne Filmstudien. In: Dürbeck, Gabriele/Stobbe, Urte (Hrsg.): Ecocriticism: Eine Einführung, Köln: Böhlau Verlag, S. 271-281, hier S. 274.
  31. Vgl. Stobbe, Urte (2025): Plant Studies. In: Nesselhauf, Jonas/Weber, Florian (Hrsg.): Handbuch kulturwissenschaftliche ‚Studies‘, Berlin/Boston: de Gruyter, S. 417-434, hier S. 427.
  32. Stobbe, Urte (2025): Plant Studies. In: Nesselhauf, Jonas/Weber, Florian (Hrsg.): Handbuch kulturwissenschaftliche ‚Studies‘, Berlin/Boston: de Gruyter, S. 417-434, hier S. 427.
  33. Stobbe, Urte (2025): Plant Studies. In: Nesselhauf, Jonas/Weber, Florian (Hrsg.): Handbuch kulturwissenschaftliche ‚Studies‘, Berlin/Boston: de Gruyter, S. 417-434, hier S. 427.
  34. Vgl. Buell, Lawrence (2005): The Future of Environmental Criticism. Environmental Crisis and Literary Imagination. MA/Oxford, UK: Blackwell Publishing, S. 63.
  35. Vgl. Stobbe, Urte (2025): Plant Studies. In: Nesselhauf, Jonas/Weber, Florian (Hrsg.): Handbuch kulturwissenschaftliche ‚Studies‘, Berlin/Boston: de Gruyter, S. 417-434, hier S. 427.
  36. Vgl. Buell, Lawrence (2005): The Future of Environmental Criticism. Environmental Crisis and Literary Imagination. MA/Oxford, UK: Blackwell Publishing, S. 63.
  37. Stobbe, Urte/Kramer, Anke/Wanning, Berbeli (2022): Einleitung: Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung. Literaturen und Kulturen des Vegetabilen. Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung, Berlin: Peter Lang, S. 11-31, hier S. 16.
  38. Vgl. Latour, Bruno (2022): Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Einführung in die Akteur-Netzwerk-Theorie. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 88.
  39. Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine (2025): Menschen-Pflanzen-Netzwerke und vegetabile agency in der Klimakatastrophe. Einleitung. In: Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine (Hrsg.): Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile agency in der Klimakatastrophe, Bielefeld: transcript, S. 9-25, hier S. 10.
  40. Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine (2025): Menschen-Pflanzen-Netzwerke und vegetabile agency in der Klimakatastrophe. Einleitung. In: Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine (Hrsg.): Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile agency in der Klimakatastrophe, Bielefeld: transcript, S. 9-25, hier S. 13.
  41. Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine (2025): Menschen-Pflanzen-Netzwerke und vegetabile agency in der Klimakatastrophe. Einleitung. In: Sternath, Vanessa-Nadine/Lang, Silvie/Riess, Christine (Hrsg.): Menschen-Pflanzen-Netzwerke. Vegetabile agency in der Klimakatastrophe, Bielefeld: transcript, S. 9-25, hier S. 18.
  42. Stobbe, Urte/Kramer, Anke/Wanning, Berbeli (2022): Einleitung: Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung. Literaturen und Kulturen des Vegetabilen. Plant Studies – Kulturwissenschaftliche Pflanzenforschung, Berlin: Peter Lang, S. 11-31, hier S. 16.



Autor*innen

Erstfassung: Silvie Lang und Vanessa-Nadine Sternath am 11.03.2025. Den genauen Verlauf aller Bearbeitungsschritte können Sie der Versionsgeschichte des Artikels entnehmen; mögliche inhaltliche Diskussionen sind auf der [[Diskussion:Benutzer:Vanessa-Nadine Sternath/Werkstatt|Diskussionsseite]] einsehbar.

Zitiervorlage:
Lang, Silvie; Sternath, Vanessa-Nadine (2025): Werkstatt. In: Böhm, Felix; Böhnert, Martin; Reszke, Paul (Hrsg.): Climate Thinking – Ein Living Handbook. Kassel: Universität Kassel. URL=https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Vanessa-Nadine Sternath/Werkstatt, zuletzt abgerufen am 03.04.2025.