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Die Natur in dieser Geschichte wird als eine Wildnis dargestellt, welcher der Mensch ausgesetzt ist. Sie steht als Gegensatz zur Stadt, aus welcher auch die Journalistin kommt. Die Journalistin hat das Gefühl, der Wildhüter mache sich lustig über sie und ihre Einstellung der Natur gegenüber: „Ist es etwa meine Schuld, dass meine Heimatstadt zivilisiert genug ist, Abstand von der Natur zu nehmen?“.<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ruhrpoeten e.V. (Hrsg.) |Titel=Klimawandel. Ausgewählte Texte aus dem 5. Ruhrgebiets-Literaturwettbewerb |Ort=Essen  |Verlag=Klartext Verlag |Jahr=2021 |Seite=9 }}</ref> Die neue Zivilisation ist ein Ort, welcher sich sehr von dem alten Ruhrgebiet abgrenzt. Die „Mega-City“ ist smart, modern und klimaneutral. Es werden viele Personifikationen verwendet, was die Natur vermenschlicht darstellen lässt. „[…] ein Gebiet, das einst einen Pulsschlag aus Stahl hatte und nach dem Strukturwandel-Schlaganfall so lange im künstlichen Koma lag, bis die Region zum Vorzeigeprojekt der Altruismus-Politik geworden ist […]“.<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ruhrpoeten e.V. (Hrsg.) |Titel=Klimawandel. Ausgewählte Texte aus dem 5. Ruhrgebiets-Literaturwettbewerb |Ort=Essen  |Verlag=Klartext Verlag |Jahr=2021 |Seite=12 }}</ref> Diese dienen dazu den Dingen eine Lebendigkeit zu verleihen. Die Identifikation des Lesers mit diesen Gegenständen wird gesteigert und es lässt sich besser nachvollziehen, dass das Ruhrgebiet erst wieder richtig „am leben“ ist, seitdem es der Natur überlassen wurde. Dieser Kurzprosa Text ist einer der wenigen Texte, welcher weder utopisch, noch dystopisch ist. Das überflutete Ruhrgebiet in dieser Geschichte ist ein mögliches Zukunftsszenario. Die Zukunft wird nicht als eine angsteinflößende Horrorgeschichte dargestellt. Aber auch hat der Text keine beschönigenden Elemente enthalten.  
 
Die Natur in dieser Geschichte wird als eine Wildnis dargestellt, welcher der Mensch ausgesetzt ist. Sie steht als Gegensatz zur Stadt, aus welcher auch die Journalistin kommt. Die Journalistin hat das Gefühl, der Wildhüter mache sich lustig über sie und ihre Einstellung der Natur gegenüber: „Ist es etwa meine Schuld, dass meine Heimatstadt zivilisiert genug ist, Abstand von der Natur zu nehmen?“.<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ruhrpoeten e.V. (Hrsg.) |Titel=Klimawandel. Ausgewählte Texte aus dem 5. Ruhrgebiets-Literaturwettbewerb |Ort=Essen  |Verlag=Klartext Verlag |Jahr=2021 |Seite=9 }}</ref> Die neue Zivilisation ist ein Ort, welcher sich sehr von dem alten Ruhrgebiet abgrenzt. Die „Mega-City“ ist smart, modern und klimaneutral. Es werden viele Personifikationen verwendet, was die Natur vermenschlicht darstellen lässt. „[…] ein Gebiet, das einst einen Pulsschlag aus Stahl hatte und nach dem Strukturwandel-Schlaganfall so lange im künstlichen Koma lag, bis die Region zum Vorzeigeprojekt der Altruismus-Politik geworden ist […]“.<ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ruhrpoeten e.V. (Hrsg.) |Titel=Klimawandel. Ausgewählte Texte aus dem 5. Ruhrgebiets-Literaturwettbewerb |Ort=Essen  |Verlag=Klartext Verlag |Jahr=2021 |Seite=12 }}</ref> Diese dienen dazu den Dingen eine Lebendigkeit zu verleihen. Die Identifikation des Lesers mit diesen Gegenständen wird gesteigert und es lässt sich besser nachvollziehen, dass das Ruhrgebiet erst wieder richtig „am leben“ ist, seitdem es der Natur überlassen wurde. Dieser Kurzprosa Text ist einer der wenigen Texte, welcher weder utopisch, noch dystopisch ist. Das überflutete Ruhrgebiet in dieser Geschichte ist ein mögliches Zukunftsszenario. Die Zukunft wird nicht als eine angsteinflößende Horrorgeschichte dargestellt. Aber auch hat der Text keine beschönigenden Elemente enthalten.  
Die Laudatio von André Patten erklärt, weshalb der Text den ersten Platz bei den Ruhrgebiet Literaturwettbewerb gewonnen hat. Die Geschichte erinnere an Abenteuer Klassiker wie „Apocalypse Now“, aber auch an Phänomene des Klimawandels, welche über die Veränderung der Natur hinaus gehen. Es wird sich mit damit beschäftigt, welchen Einfluss der Klimawandel auf den Menschen und die Gesellschaft haben kann. Die einen nehmen die Flutung des Ruhrgebiets einfach so hin und ziehen an einen neuen Ort, die anderen, wie der letzte Rebell, passen sich der Situation an. Da stellt sich die Frage, ob Herbert sich damit dem Klimawandel erfolgreich anpasst, oder ob er wirklich nur ein Rebell ist? Des Weiteren biete der Text eine gute Grundlage für eine Weiterführung, welche gerne gelesen werden würde <ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ruhrpoeten e.V. (Hrsg.) |Titel=Klimawandel.Laudatio. Ausgewählte Texte aus dem 5. Ruhrgebiets-Literaturwettbewerb |Ort=Essen  |Verlag=Klartext Verlag |Jahr=2021 }}</ref>  
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==Laudatio==
 
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Die Laudatio von André Patten erklärt, weshalb der Text den ersten Platz bei den Ruhrgebiet Literaturwettbewerb gewonnen hat. Die Geschichte erinnere an Abenteuer Klassiker wie „Apocalypse Now“, aber auch an Phänomene des Klimawandels, welche über die Veränderung der Natur hinaus gehen. Es wird sich mit damit beschäftigt, welchen Einfluss der Klimawandel auf den Menschen und die Gesellschaft haben kann. Die einen nehmen die Flutung des Ruhrgebiets einfach so hin und ziehen an einen neuen Ort, die anderen, wie der letzte Rebell, passen sich der Situation an. Da stellt sich die Frage, ob Herbert sich damit dem Klimawandel erfolgreich anpasst, oder ob er wirklich nur ein Rebell ist? Des Weiteren biete der Text eine gute Grundlage für eine Weiterführung, welche gerne gelesen werden würde <ref>{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ruhrpoeten e.V. (Hrsg.) |Titel=Klimawandel.Laudatio. Ausgewählte Texte aus dem 5. Ruhrgebiets-Literaturwettbewerb |Ort=Essen  |Verlag=Klartext Verlag |Jahr=2021 }}</ref>
Quellen:
 
Klimawandel. Ausgewählte Texte aus dem 5. Ruhrgebiets-Literaturwettbewerb. (2021). 1. Aufl., Klartext Verlag.
 

Version vom 12. Januar 2022, 15:45 Uhr

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5. Ruhrgebiet-Literaturwettbewerb

Thema: Klimawandel

In dem Jahr 2020 wurde der 5. Ruhrgebiet-Literaturwettbewerb mit dem Schlagwort Klimawandel gestartet.

Hintergründe

2019 war das Jahr, in dem die Klimaveränderungen eine präsente Rolle spielten. Mit „Fridays for Future“ gingen viele junge Leute auf die Straßen, um auf die prekäre Lage aufmerksam zu machen. Überall auf der Welt sind die Folgen des Klimawandels immer stärker zu erkennen. [1]

Inhalte & Voraussetzungen

Auch das Ruhrgebiet bleibt davon nicht verschont, weshalb der Wettbewerb in diesem Jahr auf genau dieses Thema abzielt. [2] Es wurden Texte über Veränderungen, Visionen, Scheitern und Gelingen verlangt, wobei es völlig offen gehalten wurde, ob es sich um Science-Fiction Thriller, Krimis, Kurzgeschichten, oder vieles mehr handelt. Nicht nur Erwachsene, auch Jugendliche waren herzlich angehalten einen Text einzusenden. Die Kriterien zum Einsendeverfahren waren, dass der eingereichte Text vorher nirgends erschienen ist. Bei den formalen Kriterien war zu beachten, dass maximal 12.000 Zeichen inklusive Lehrzeichen, mit einer Schriftgröße 12 und einem Zeilenabstand von 1,5 geschrieben wurden. Des Weiteren durften im Text keine Namen gekennzeichnet werden, eine Kurzbiografie wurde jedoch verlangt. Pro Teilnehmer durfte nur ein Text eingereicht werden. Zu gewinnen war ein Preisgeld für die ersten drei Plätze. Der Gewinner erhielt 1000€, der Zweitplatzierte 600€ und der Dritte 400€. Bewertet wurden die Texte von einer Jury, bestehend aus Prof. Dr. Ralph Köhnen, von Germanistischen Institut an der Ruhr-Uni Bochum, Carola Mirhoff, von der Buchhandlung Mirhoff & Fischer in Bochum und André Patten, aus Bochum stammend, Autor und Gewinner des vorangegangenen Wettbewerbs. Die Gewinnertexte und solche, welche besonders herausstachen wurden in einer Anthologie publiziert. In diesem Jahr waren es 17 Stück. Die Preisverleihung und Buchpräsentation fand im Januar 2021 statt. Finanziert wird der Wettbewerb durch Sponsoren und Fördervereine [3]

Gewinnertexte

In diesem Jahr gewann der Text von Andrea Rohmert mit dem Titel „Der letzte Rebell“ Erster Platz des Ruhrgebiet-Literaturwettbewerbs "Der letzte Rebell". Der zweite Platz wurde gleich zweimal vergeben, an „#dahinschwindens“ von Justine Bauer Zweiter Platz des Ruhrgebiet-Literaturwettbewerbs "#dahinschwindens" und „Die heißen Sommer unserer Kindheit“ von Dorothea Renckhoff Zweiter Platz des Ruhrgebiet-Literaturwettbewerbs "Die heißen Sommer unsrer Kindheit" (Klimawandel, 2021).

Ausblick

Es wurden zahlreiche Texte eingereicht, genauer gesagt 80 an der Zahl, welche unterschiedlicher nicht sein konnten. Sie waren teilweise erschreckend, besonders, aufmunternd und regten zum Nachdenken an. Aber eins hatten alle Texte gemeinsam, sie skizzierten eine mögliche Zukunft, welche durch die Folgen des Klimawandels denkbar sein könnten.

Belege

  1. Ruhrpoeten e.V. (Hrsg.) (2021): Klimawandel. Ausgewählte Texte aus dem 5. Ruhrgebiets-Literaturwettbewerb. Essen: Klartext Verlag.
  2. Ruhrpoeten e.V. (Hrsg.) (2021): Klimawandel. Ausgewählte Texte aus dem 5. Ruhrgebiets-Literaturwettbewerb. Essen: Klartext Verlag.
  3. Ruhrpoeten e.V. (2020): Klimawandel. In: ruhrpoeten.org. Online, zuletzt abgerufen am 12.01.2022.









Erster Platz des Ruhrgebiets-Literaturwettbewerbs "Der letzte Rebell"

Im Rahmen des Ruhrgebiet Literaturwettbewerbs belegte der Text mit dem Titel „Der letzte Rebell“ von Andrea Rohmert den ersten Platz. [1]

Autorin

Die Autorin des Textes wurde im Jahr 1978 geboren und hat Literaturwissenschaft und Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum studiert. 2007 und 2016 gewann sie die Vestische Literatureule. Des Weiteren hat sie bereits in einigen Anthologien Kurzgeschichten herausgebracht. 2018 brachte sie ihren Band „Kopfkino. Geschichten von hier und da und irgendwo dazwischen“ raus. [2]

Inhalt

In dem Text geht es um das Ruhrgebiet, welches in den späten 2030er Jahren geflutet wurde und nun seit fast 60 Jahren unbewohnbar ist. Die Pumpen, welche den Grundwasserspiegel niedrig gehalten haben, wurden abgestellt, da es in Deutschland eine starke Versteppung gab. Eine Journalistin ist mit einem Wildhüter auf dem Weg die Sumpflandschaft Ruhrgebiet mit einem Boot zu durchqueren, um den letzten Rebell Herbert zu interviewen. Dieser lebt als Einsiedler in den Ruinen der versunkenen Stadt. Auf dem Weg zu diesem besagten Rebell wird die Umgebung als sehr tropisch dargestellt. Tausende Mücken und schwüle Temperaturen prägen das Bild des Ruhrgebiets. Es lässt sich nur wage erkennen, dass es dort einst eine Zivilisation gab. Damals wurden die Menschen in eine neue klimaneutrale „Mega-City“ umgesiedelt. Nur Herbert lebt seit fast sechs Jahrzehnten im Untergrund. Zu einem Gespräch mit dem Rebellen kommt es jedoch nicht. Da dieser, als der Wildhüter und die Journalistin das Ufer erreichen, sein Versteck nicht verlassen möchte.

Analyse

Die Natur in dieser Geschichte wird als eine Wildnis dargestellt, welcher der Mensch ausgesetzt ist. Sie steht als Gegensatz zur Stadt, aus welcher auch die Journalistin kommt. Die Journalistin hat das Gefühl, der Wildhüter mache sich lustig über sie und ihre Einstellung der Natur gegenüber: „Ist es etwa meine Schuld, dass meine Heimatstadt zivilisiert genug ist, Abstand von der Natur zu nehmen?“.[3] Die neue Zivilisation ist ein Ort, welcher sich sehr von dem alten Ruhrgebiet abgrenzt. Die „Mega-City“ ist smart, modern und klimaneutral. Es werden viele Personifikationen verwendet, was die Natur vermenschlicht darstellen lässt. „[…] ein Gebiet, das einst einen Pulsschlag aus Stahl hatte und nach dem Strukturwandel-Schlaganfall so lange im künstlichen Koma lag, bis die Region zum Vorzeigeprojekt der Altruismus-Politik geworden ist […]“.[4] Diese dienen dazu den Dingen eine Lebendigkeit zu verleihen. Die Identifikation des Lesers mit diesen Gegenständen wird gesteigert und es lässt sich besser nachvollziehen, dass das Ruhrgebiet erst wieder richtig „am leben“ ist, seitdem es der Natur überlassen wurde. Dieser Kurzprosa Text ist einer der wenigen Texte, welcher weder utopisch, noch dystopisch ist. Das überflutete Ruhrgebiet in dieser Geschichte ist ein mögliches Zukunftsszenario. Die Zukunft wird nicht als eine angsteinflößende Horrorgeschichte dargestellt. Aber auch hat der Text keine beschönigenden Elemente enthalten.

Laudatio

Die Laudatio von André Patten erklärt, weshalb der Text den ersten Platz bei den Ruhrgebiet Literaturwettbewerb gewonnen hat. Die Geschichte erinnere an Abenteuer Klassiker wie „Apocalypse Now“, aber auch an Phänomene des Klimawandels, welche über die Veränderung der Natur hinaus gehen. Es wird sich mit damit beschäftigt, welchen Einfluss der Klimawandel auf den Menschen und die Gesellschaft haben kann. Die einen nehmen die Flutung des Ruhrgebiets einfach so hin und ziehen an einen neuen Ort, die anderen, wie der letzte Rebell, passen sich der Situation an. Da stellt sich die Frage, ob Herbert sich damit dem Klimawandel erfolgreich anpasst, oder ob er wirklich nur ein Rebell ist? Des Weiteren biete der Text eine gute Grundlage für eine Weiterführung, welche gerne gelesen werden würde [5]

  1. Ruhrpoeten e.V. (Hrsg.) (2021): Klimawandel. Ausgewählte Texte aus dem 5. Ruhrgebiets-Literaturwettbewerb. Essen: Klartext Verlag.
  2. Ruhrpoeten e.V. (Hrsg.) (2021): Klimawandel. Ausgewählte Texte aus dem 5. Ruhrgebiets-Literaturwettbewerb. Essen: Klartext Verlag.
  3. Ruhrpoeten e.V. (Hrsg.) (2021): Klimawandel. Ausgewählte Texte aus dem 5. Ruhrgebiets-Literaturwettbewerb. Essen: Klartext Verlag, S. 9.
  4. Ruhrpoeten e.V. (Hrsg.) (2021): Klimawandel. Ausgewählte Texte aus dem 5. Ruhrgebiets-Literaturwettbewerb. Essen: Klartext Verlag, S. 12.
  5. Ruhrpoeten e.V. (Hrsg.) (2021): Klimawandel.Laudatio. Ausgewählte Texte aus dem 5. Ruhrgebiets-Literaturwettbewerb. Essen: Klartext Verlag.