Benutzer: Silvie Lang/Werkstatt: Unterschied zwischen den Versionen
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+ | Dieser Artikel dient als Einführung in einen Teilkomplex der kulturwissenschaftlichen Plant Studies: Menschen-Pflanzen-Verhältnisse, Menschen-Pflanzen-Beziehungen oder Menschen-Pflanzen-Relationen. Sie stellen nach Stobbe, Kramer und Wanning einen der fünf thematischen Aspekte der Plant Studies dar, wobei die Grenzen zwischen den einzelnen Aspekten fließend sein können, und beschäftigen sich mit verschiedenen Leitfragen. Diese dienen in diesem Beitrag im Anschluss an die Frage, warum Pflanzen oft übersehen wurden und werden, sowie an eine terminologische Hinführung zum Thema als Gliederungspunkte der Aspekte von Menschen-Pflanzen-Verhältnissen. | ||
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+ | ===''plant blindness'' – Pflanzenblindheit=== | ||
+ | Der Begriff plant blindness, zu Deutsch ‚Pflanzenblindheit‘, stammt aus der Botanik und impliziert das menschliche Unvermögen, Pflanzen in der eigenen Umgebung wahrzunehmen. Daraus können Unaufmerksamkeit gegenüber und Unterrepräsentation von Pflanzen resultieren. Wandersee und Schussler definieren plant blindness als | ||
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+ | (a) the inability to recognize the importance of plants in the biosphere, and in human affairs; (b) the inability to appreciate the aesthetic and unique biological features of the life forms belonging to the Plant Kingdom; and (c) the misguided, anthropocentric ranking of plants as inferior to animals, leading to the erroneous conclusion that they are unworthy of human consideration [...]. | ||
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+ | Wandersee und Schussler benennen neun Symptome von ''plant blindness'': | ||
+ | 1. das Übersehen von Pflanzen im Alltag | ||
+ | 2. die Annahme, dass Pflanzen nur als Kulisse von Tieren dienen | ||
+ | 3. Irrtümer über pflanzliche Lebensbedürfnisse und -bedingungen | ||
+ | 4. das Nicht-Beachten der Bedeutung von Pflanzen im täglichen Leben | ||
+ | 5. das Versäumnis, zwischen pflanzlichen und tierlichen Zeitkonzepten zu unterscheiden | ||
+ | 6. der Mangel an Praxiserfahrungen im Hinblick auf den Anbau, die Beobachtung und die Bestimmung von Pflanzen in der eigenen geographischen Region | ||
+ | 7. das Versagen hinsichtlich grundlegenden Wissens über Pflanzen in der eigenen geographischen Region: Pflanzenwachstum, Ernährung, Fortpflanzung und ökologische Aspekte | ||
+ | 8. das mangelnde Bewusstsein, dass Pflanzen zentral für den CO2-Kreislauf sind | ||
+ | 9. das mangelnde Bewusstsein für pflanzliche Ästhetik und ihre Strukturen: Anpassungen, Koevolution, Farben, Ausbreitung, Vielfalt, Wachstumsgewohnheiten, Düfte, Größen, Geräusche, Abstände, Stärke, Symmetrie, Taktilität, Geschmack und Textur | ||
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+ | In diesem Sinne ist ein Umdenken im Umgang mit Pflanzen nötig, das zur Sichtbarmachung und Wertschätzung pflanzlichen Lebens führt. Dazu liefern die Plant Studies durch die Beforschung von Menschen-Pflanzen-Beziehungen Impulse. | ||
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+ | ===Interrelationen=== | ||
+ | Der Begriff ,Interrelation‘ bedeutet, dass Pflanzen und Menschen „in Beziehung zueinander“ und in einem „wechselseitigen, netzwerkartigen Resonanzverhältnis“ stehen. Diese Beziehung ist einerseits geprägt von der Abhängigkeit der menschlichen Existenz von Pflanzen, andererseits lässt sich „gezielt kollaborativen Interaktionsformen“ von menschlichen und vegetabilen Entitäten nachspüren. | ||
+ | Aus der Biologie stammend, wird hier der Prozess der Koevolution aufgegriffen und für die literatur- und kulturwissenschaftliche Forschung fruchtbar gemacht. Koevolution meint im engeren Sinn reziproke, adaptive genetische Veränderungen zwischen interagierenden Spezies. Wenn speziell die Interrelationen von Menschen mit mehr-als-menschlichen Spezies thematisiert sind, wird der Begriff allerdings auch unter dem weiteren Phänomen eines generellen Selektionsdrucks, also notwendig werdender Anpassungen an Umweltveränderungen gefasst und bezieht sich nicht mehr konkret auf einen Wandel von Genmaterial. | ||
+ | Für die kulturwissenschaftlichen Plant Studies bedeutet dies in der Folge einen „‚Shift‘ der Objekt-Subjekt-Verkehrung: Statt dass der Mensch etwas mit Tieren und Pflanzen ‚macht‘, indem er sie seinen Bedürfnissen entsprechend ‚nutzt‘ und sie in jedem Fall zu Objekten seines Handelns macht, sind es nun die Tiere und Pflanzen, die etwas mit den Menschen ‚machen‘“. | ||
+ | Daran schließt nicht nur Latours Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) mit ihrer Anschauung von Welt(en) als sich ständig verändernde(s) Netzwerk(e) an, sondern auch Haraways Ansätze von companion species und kinship – alles ist mit etwas verbunden. Ebenso Kimmerers Zugänge im Sinne von kinship, reciprocity und care, also Verwandtschaft, Reziprozität – nehmen Menschen von Pflanzen, so geben sie ihnen unweigerlich auch etwas – sowie Pflege und Fürsorge reihen sich hier ein: Ein Miteinander ist nicht als Handel oder gar Ausbeutung zu verstehen, sondern als gegenseitige Kultur des Schenkens, die Beziehung(en) aufbaut. Nicht zuletzt Dürbeck, Stobbe und Zemanek fokussieren den »wechselseitige[n] Austausch« im Interspezies-Kontakt (siehe natureculture-Ansatz nach Haraway) und üben im Sinne Haraways Kritik an Natur-Kultur-Dichotomie. | ||
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+ | ===Aspekte von Menschen-Pflanzen-Verhältnissen=== | ||
+ | Solche Zugänge finden in Hinblick auf unterschiedliche literatur- und kulturwissenschaftliche Themenfelder in historisch wie neuzeitlich ausgerichteten Disziplinen Anwendung, wobei die folgende Auflistung eine offene und nicht hierarchisch zu denken ist: | ||
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+ | • Kultur und Medien: Literatur, (bildende) Kunst, Theater, Filme, Games, Kulinarik | ||
+ | • Religionen, indigene Praktiken und Medizin(-philosophie) | ||
+ | • Landwirtschaft und Ernährung | ||
+ | • Institutionen: Forschungseinrichtungen und Wissenschaft, Politik, Architektur und Immobilien, Stadt- und Landschaftsplanung, (Klima-)Aktivismus, NGOs | ||
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+ | Bei all diesen Bestrebungen ist einzuwenden, dass die Perspektiven der Plant Studies unweigerlich anthropozentrisch sind, also „auf den menschlichen Vorstellungen von Sprache und Kommunikation basier[en].“ Nichtsdestoweniger fördern die Plant Studies das Bewusstsein für die Relevanz von Pflanzen in unterschiedlichen Kontexten. Im Folgenden stehen verschiedene Einzelaspekte von Menschen-Pflanzen-Relationen im Fokus. | ||
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+ | ====Pflanzen als handlungsrelevante Entitäten==== | ||
+ | Stobbe, Kramer und Wanning fragen in kulturellen und literarischen Kontexten danach, „[w]ie viel Raum [...] der Text Pflanzen hinsichtlich ihrer Redeanteile, als Handlungsort, als handlungsrelevante Entität [gibt]“. Dem liegt ein weiter Textbegriff zugrunde, d. h. unter ‚Text‘ fallen nicht nur in Schriftzeichen verfasste, kohärente und kohäsive Sinneinheiten, sondern auch andere Medien wie Bild, Film, Game und Musik. | ||
+ | Handlungsrelevanz bedeutet nicht, dass Pflanzen „reine[...] Plottreiber“ seien, sondern sie konstituiert sich über unterschiedliche Aspekte von Pflanzen als Figuren mit eigener Zeit, Stimme, Raum und Ort . Diese verlangen eine Neuausrichtung im Sprechen über den, im Erzählen vom und im Nachdenken über den Klimawandel. So gilt es, pflanzliche Figuren | ||
+ | • in unterschiedlichen literarischen Gattungen vom Blickwinkel einer „dominant gesetzten Menschenbezogenheit“ oder von metaphorischen, anthropozentrischen Perspektiven zu lösen; | ||
+ | • nicht menschlich gedachter Zeit unterzuordnen, sondern ihre „Eigenzeiten“ zu erfassen; | ||
+ | • in ihren ganz eigenen Stimmen wahrzunehmen, die für die Menschen nicht akustisch hörbar sind; | ||
+ | • in ihrer Verankerung im Raum (space, topografisch abstrahiert ) zu bedenken, anstatt sie davon zu separieren; | ||
+ | • und ihre Gebundenheit an einen Ort oder eine Örtlichkeit (place, konkret lokalisierbar ) mitzudenken. | ||
+ | Dabei können sich „die Grenzen zwischen animalischen und vegetabilen, zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Wesen“ verschieben. | ||
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+ | Pflanzen können über ihren Figurenstatus hinaus auch Handlungsträgerinnen sein. In diesem Kontext stellt sich die Frage nach agency und ihrem Akteurinnenstatus. Der Begriff agency kann in Handlungs- und Wirkungsmacht unterteilt werden; erstere bedeutet, dass Pflanzen Dinge tun können, während zweitere impliziert, dass Pflanzen andere dazu bringen, etwas zu tun. Dabei ist es wichtig, unter agency „nicht automatisch einen menschenähnlichen Subjektstatus [zu] verstehen.“ | ||
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+ | ====Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und anderen Entitäten==== | ||
+ | Gerade in Hinblick auf Handlungsrelevanz und agency werden Wechselwirkungen zwischen pflanzlichen und weiteren Entitäten sichtbar. Um diese Wechselwirkungen zu untersuchen, eignet sich Latours ANT, die von einem dynamischen Netzwerk-Gedanken geprägt ist: „[D]ie Entitäten treten durch die Handlung in ein Netzwerk ein, an dem sie konstitutiv teilhaben.“ Dadurch sind Netzwerke stets nach außen geöffnet, „mit anderen Netzwerken verbunden und somit interkonnektiv“ . | ||
+ | Netzwerk stellen jedoch nicht nur Metaphern oder Vergleiche dar, sondern können als ganz konkretes Analysewerkzeug verwendet werden. | ||
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+ | ====Differenzen von Pflanzen und anderen Entitäten==== | ||
+ | In Hinblick auf Menschen-Pflanzen-Verhältnisse ist nicht zuletzt interessant, wie und wodurch pflanzliche Entitäten sich von nicht-pflanzlichen Figuren absetzen. Mithilfe der Frage, wie „stabil bzw. porös […] die Grenzen zwischen den Wesen [sind]“ , lassen sich hybride und anthropomorphe Figuren untersuchen. | ||
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+ | ===Ausblick=== | ||
+ | Die Auseinandersetzung mit Menschen-Pflanzen-Verhältnissen eröffnet nicht nur neue Perspektiven auf die Rolle von Pflanzen in unserem Leben, sondern fordert auch ein grundlegendes Umdenken in der Art und Weise, wie wir diese Beziehungen wahrnehmen und gestalten. Die Konzepte der Pflanzenblindheit und der Interrelationen zwischen Menschen und Pflanzen verdeutlichen, dass ein tiefes Verständnis für die Bedeutung pflanzlichen Lebens in der Biosphäre und in menschlichen Angelegenheiten unerlässlich ist. | ||
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+ | ===Weiterführendes=== | ||
+ | Chamovitz | ||
+ | Unser Sammelband | ||
+ | Kimmerer | ||
+ | Carrier Bag Theory | ||
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In Literatur, Film, Spiel und Musik lassen sich verschiedene '''Narrative, Themen und Motive anthropozänen Erzählens''' erkennen. Diese geben sowohl Aufschluss über die Funktion der Klimakatastrophe im Erzählen als auch über die Funktion des Erzählens über die Klimakatastrophe. | In Literatur, Film, Spiel und Musik lassen sich verschiedene '''Narrative, Themen und Motive anthropozänen Erzählens''' erkennen. Diese geben sowohl Aufschluss über die Funktion der Klimakatastrophe im Erzählen als auch über die Funktion des Erzählens über die Klimakatastrophe. |
Version vom 6. Februar 2025, 12:08 Uhr
Dieser Beitrag ist kein inhaltlicher Bestandteil des Living Handbooks, sondern die persönliche Werkstatt-Seite von Nutzer*in Silvie Lang. Bitte nehmen Sie keine Änderungen an dieser Seite vor, ohne dies zuvor mit Silvie Lang abgesprochen zu haben. |
Menschen-Pflanzen-Verhältnisse
Dieser Artikel dient als Einführung in einen Teilkomplex der kulturwissenschaftlichen Plant Studies: Menschen-Pflanzen-Verhältnisse, Menschen-Pflanzen-Beziehungen oder Menschen-Pflanzen-Relationen. Sie stellen nach Stobbe, Kramer und Wanning einen der fünf thematischen Aspekte der Plant Studies dar, wobei die Grenzen zwischen den einzelnen Aspekten fließend sein können, und beschäftigen sich mit verschiedenen Leitfragen. Diese dienen in diesem Beitrag im Anschluss an die Frage, warum Pflanzen oft übersehen wurden und werden, sowie an eine terminologische Hinführung zum Thema als Gliederungspunkte der Aspekte von Menschen-Pflanzen-Verhältnissen.
plant blindness – Pflanzenblindheit
Der Begriff plant blindness, zu Deutsch ‚Pflanzenblindheit‘, stammt aus der Botanik und impliziert das menschliche Unvermögen, Pflanzen in der eigenen Umgebung wahrzunehmen. Daraus können Unaufmerksamkeit gegenüber und Unterrepräsentation von Pflanzen resultieren. Wandersee und Schussler definieren plant blindness als
(a) the inability to recognize the importance of plants in the biosphere, and in human affairs; (b) the inability to appreciate the aesthetic and unique biological features of the life forms belonging to the Plant Kingdom; and (c) the misguided, anthropocentric ranking of plants as inferior to animals, leading to the erroneous conclusion that they are unworthy of human consideration [...].
Wandersee und Schussler benennen neun Symptome von plant blindness: 1. das Übersehen von Pflanzen im Alltag 2. die Annahme, dass Pflanzen nur als Kulisse von Tieren dienen 3. Irrtümer über pflanzliche Lebensbedürfnisse und -bedingungen 4. das Nicht-Beachten der Bedeutung von Pflanzen im täglichen Leben 5. das Versäumnis, zwischen pflanzlichen und tierlichen Zeitkonzepten zu unterscheiden 6. der Mangel an Praxiserfahrungen im Hinblick auf den Anbau, die Beobachtung und die Bestimmung von Pflanzen in der eigenen geographischen Region 7. das Versagen hinsichtlich grundlegenden Wissens über Pflanzen in der eigenen geographischen Region: Pflanzenwachstum, Ernährung, Fortpflanzung und ökologische Aspekte 8. das mangelnde Bewusstsein, dass Pflanzen zentral für den CO2-Kreislauf sind 9. das mangelnde Bewusstsein für pflanzliche Ästhetik und ihre Strukturen: Anpassungen, Koevolution, Farben, Ausbreitung, Vielfalt, Wachstumsgewohnheiten, Düfte, Größen, Geräusche, Abstände, Stärke, Symmetrie, Taktilität, Geschmack und Textur
In diesem Sinne ist ein Umdenken im Umgang mit Pflanzen nötig, das zur Sichtbarmachung und Wertschätzung pflanzlichen Lebens führt. Dazu liefern die Plant Studies durch die Beforschung von Menschen-Pflanzen-Beziehungen Impulse.
Interrelationen
Der Begriff ,Interrelation‘ bedeutet, dass Pflanzen und Menschen „in Beziehung zueinander“ und in einem „wechselseitigen, netzwerkartigen Resonanzverhältnis“ stehen. Diese Beziehung ist einerseits geprägt von der Abhängigkeit der menschlichen Existenz von Pflanzen, andererseits lässt sich „gezielt kollaborativen Interaktionsformen“ von menschlichen und vegetabilen Entitäten nachspüren. Aus der Biologie stammend, wird hier der Prozess der Koevolution aufgegriffen und für die literatur- und kulturwissenschaftliche Forschung fruchtbar gemacht. Koevolution meint im engeren Sinn reziproke, adaptive genetische Veränderungen zwischen interagierenden Spezies. Wenn speziell die Interrelationen von Menschen mit mehr-als-menschlichen Spezies thematisiert sind, wird der Begriff allerdings auch unter dem weiteren Phänomen eines generellen Selektionsdrucks, also notwendig werdender Anpassungen an Umweltveränderungen gefasst und bezieht sich nicht mehr konkret auf einen Wandel von Genmaterial. Für die kulturwissenschaftlichen Plant Studies bedeutet dies in der Folge einen „‚Shift‘ der Objekt-Subjekt-Verkehrung: Statt dass der Mensch etwas mit Tieren und Pflanzen ‚macht‘, indem er sie seinen Bedürfnissen entsprechend ‚nutzt‘ und sie in jedem Fall zu Objekten seines Handelns macht, sind es nun die Tiere und Pflanzen, die etwas mit den Menschen ‚machen‘“. Daran schließt nicht nur Latours Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) mit ihrer Anschauung von Welt(en) als sich ständig verändernde(s) Netzwerk(e) an, sondern auch Haraways Ansätze von companion species und kinship – alles ist mit etwas verbunden. Ebenso Kimmerers Zugänge im Sinne von kinship, reciprocity und care, also Verwandtschaft, Reziprozität – nehmen Menschen von Pflanzen, so geben sie ihnen unweigerlich auch etwas – sowie Pflege und Fürsorge reihen sich hier ein: Ein Miteinander ist nicht als Handel oder gar Ausbeutung zu verstehen, sondern als gegenseitige Kultur des Schenkens, die Beziehung(en) aufbaut. Nicht zuletzt Dürbeck, Stobbe und Zemanek fokussieren den »wechselseitige[n] Austausch« im Interspezies-Kontakt (siehe natureculture-Ansatz nach Haraway) und üben im Sinne Haraways Kritik an Natur-Kultur-Dichotomie.
Aspekte von Menschen-Pflanzen-Verhältnissen
Solche Zugänge finden in Hinblick auf unterschiedliche literatur- und kulturwissenschaftliche Themenfelder in historisch wie neuzeitlich ausgerichteten Disziplinen Anwendung, wobei die folgende Auflistung eine offene und nicht hierarchisch zu denken ist:
• Kultur und Medien: Literatur, (bildende) Kunst, Theater, Filme, Games, Kulinarik • Religionen, indigene Praktiken und Medizin(-philosophie) • Landwirtschaft und Ernährung • Institutionen: Forschungseinrichtungen und Wissenschaft, Politik, Architektur und Immobilien, Stadt- und Landschaftsplanung, (Klima-)Aktivismus, NGOs • …
Bei all diesen Bestrebungen ist einzuwenden, dass die Perspektiven der Plant Studies unweigerlich anthropozentrisch sind, also „auf den menschlichen Vorstellungen von Sprache und Kommunikation basier[en].“ Nichtsdestoweniger fördern die Plant Studies das Bewusstsein für die Relevanz von Pflanzen in unterschiedlichen Kontexten. Im Folgenden stehen verschiedene Einzelaspekte von Menschen-Pflanzen-Relationen im Fokus.
Pflanzen als handlungsrelevante Entitäten
Stobbe, Kramer und Wanning fragen in kulturellen und literarischen Kontexten danach, „[w]ie viel Raum [...] der Text Pflanzen hinsichtlich ihrer Redeanteile, als Handlungsort, als handlungsrelevante Entität [gibt]“. Dem liegt ein weiter Textbegriff zugrunde, d. h. unter ‚Text‘ fallen nicht nur in Schriftzeichen verfasste, kohärente und kohäsive Sinneinheiten, sondern auch andere Medien wie Bild, Film, Game und Musik. Handlungsrelevanz bedeutet nicht, dass Pflanzen „reine[...] Plottreiber“ seien, sondern sie konstituiert sich über unterschiedliche Aspekte von Pflanzen als Figuren mit eigener Zeit, Stimme, Raum und Ort . Diese verlangen eine Neuausrichtung im Sprechen über den, im Erzählen vom und im Nachdenken über den Klimawandel. So gilt es, pflanzliche Figuren • in unterschiedlichen literarischen Gattungen vom Blickwinkel einer „dominant gesetzten Menschenbezogenheit“ oder von metaphorischen, anthropozentrischen Perspektiven zu lösen; • nicht menschlich gedachter Zeit unterzuordnen, sondern ihre „Eigenzeiten“ zu erfassen; • in ihren ganz eigenen Stimmen wahrzunehmen, die für die Menschen nicht akustisch hörbar sind; • in ihrer Verankerung im Raum (space, topografisch abstrahiert ) zu bedenken, anstatt sie davon zu separieren; • und ihre Gebundenheit an einen Ort oder eine Örtlichkeit (place, konkret lokalisierbar ) mitzudenken. Dabei können sich „die Grenzen zwischen animalischen und vegetabilen, zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Wesen“ verschieben.
Pflanzen als Handlungsträgerinnen
Pflanzen können über ihren Figurenstatus hinaus auch Handlungsträgerinnen sein. In diesem Kontext stellt sich die Frage nach agency und ihrem Akteurinnenstatus. Der Begriff agency kann in Handlungs- und Wirkungsmacht unterteilt werden; erstere bedeutet, dass Pflanzen Dinge tun können, während zweitere impliziert, dass Pflanzen andere dazu bringen, etwas zu tun. Dabei ist es wichtig, unter agency „nicht automatisch einen menschenähnlichen Subjektstatus [zu] verstehen.“
Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und anderen Entitäten
Gerade in Hinblick auf Handlungsrelevanz und agency werden Wechselwirkungen zwischen pflanzlichen und weiteren Entitäten sichtbar. Um diese Wechselwirkungen zu untersuchen, eignet sich Latours ANT, die von einem dynamischen Netzwerk-Gedanken geprägt ist: „[D]ie Entitäten treten durch die Handlung in ein Netzwerk ein, an dem sie konstitutiv teilhaben.“ Dadurch sind Netzwerke stets nach außen geöffnet, „mit anderen Netzwerken verbunden und somit interkonnektiv“ . Netzwerk stellen jedoch nicht nur Metaphern oder Vergleiche dar, sondern können als ganz konkretes Analysewerkzeug verwendet werden.
Differenzen von Pflanzen und anderen Entitäten
In Hinblick auf Menschen-Pflanzen-Verhältnisse ist nicht zuletzt interessant, wie und wodurch pflanzliche Entitäten sich von nicht-pflanzlichen Figuren absetzen. Mithilfe der Frage, wie „stabil bzw. porös […] die Grenzen zwischen den Wesen [sind]“ , lassen sich hybride und anthropomorphe Figuren untersuchen.
Ausblick
Die Auseinandersetzung mit Menschen-Pflanzen-Verhältnissen eröffnet nicht nur neue Perspektiven auf die Rolle von Pflanzen in unserem Leben, sondern fordert auch ein grundlegendes Umdenken in der Art und Weise, wie wir diese Beziehungen wahrnehmen und gestalten. Die Konzepte der Pflanzenblindheit und der Interrelationen zwischen Menschen und Pflanzen verdeutlichen, dass ein tiefes Verständnis für die Bedeutung pflanzlichen Lebens in der Biosphäre und in menschlichen Angelegenheiten unerlässlich ist.
Weiterführendes
Chamovitz Unser Sammelband Kimmerer Carrier Bag Theory
In Literatur, Film, Spiel und Musik lassen sich verschiedene Narrative, Themen und Motive anthropozänen Erzählens erkennen. Diese geben sowohl Aufschluss über die Funktion der Klimakatastrophe im Erzählen als auch über die Funktion des Erzählens über die Klimakatastrophe.
Der homo narrans im Anthropozän
„Erzählen von Geschichten ist, ähnlich wie Spiel und Gesang, ein elementares Bedürfnis“[1], schreibt die Folkloristin Linda Dégh in der Enzyklopädie des Märchens. Folglich wird auch die menschengemachte Klimakatastrophe zum Inhalt kultureller Verarbeitung in verschiedenen medialen Formen wie Literatur[2], Film[3], Spiel[4] und Musik[5]. Um das Erzählen über die Klimakatastrophe zu systematisieren und zu verstehen, gilt es, Narrative, Themen und Motive solchen künstlerischen Schaffens herauszuarbeiten. Eine systematische Trennung dieser Kategorien ist kaum möglich, da sie teils ineinander übergreifen – der Versuch dient jedoch im Folgenden einem feinmaschigen Überblick über die Strukturen anthropozänen Erzählens. Dieser Artikel ist Forschungsaufschlag und erste Annäherung an ein großes, heterogenes Feld, das international verschiedene Ausprägungen kennt und kaum in Gänze erfasst werden kann.
Narrative
‚Narrativ‘ meint die Summe „aller kulturellen Manifestationen, die als ,Erzählen‘ identifiziert werden können.“[6] Die Literaturwissenschaftlerin Gabriele Dürbeck identifiziert fünf Narrative, die das Anthropozän erzählen:
- das Katastrophennarrativ, das die Apokalypse schildert und den Menschen sowohl als Opfer als auch als Täter inszeniert
- das Gerichtsnarrativ, das strukturell einem Kriminalfall gleicht
- das Narrativ von der großen Transformation, das Lösungsansätze aus der Katastrophe erzählt
- das (bio-)technologische Narrativ, das neue Technologien als Wege aus der Krise imaginiert
- das Interdependenz-Narrativ, in dem die Menschen als Teil eines sensiblen Ökosystems verstanden werden und die Dichotomisierung von Menschen und Natur aufgehoben wird[7]
Ein bekanntes Katastrophennarrativ im Kontext der Klimakatastrophe ist der Roman Die Geschichte der Bienen (2015) von Maja Lunde. Obwohl die Klimakatastrophe nicht das alleinige Thema des Romans ist, wird er in der Geschichte als eine der Ursachen für den Zusammenbruch der Umwelt und der Lebensgrundlagen thematisiert. Gleichzeitig exemplifiziert die Erzählung das Interdependenz-Narrativ, indem sie zeigt, wie eng das Schicksal der Menschen mit dem sensiblen Gleichgewicht der Ökosysteme verknüpft ist.[8] Als filmisches Beispiel für das Gerichtsnarrativ kann Erin Brockovich (2000) dienen, in dem Muster von Schuld, Verantwortung und Aufklärung im Kampf gegen die Umweltverschmutzung fokussiert werden.[9] Lösungsansätze aus der Katastrophe erprobt das Computerspiel Eco (2018), ein Multiplayer-Online-Spiel, das Umweltbewusstsein und gemeinschaftliches Handeln in den Vordergrund stellt.[10] Im Lied Raketenstart (2018) der deutschen Band Dota wird Technologie in Form einer Rakete als Weg aus der Katastrophe imaginiert und gleichzeitig kritisiert.[11]
Themen
Ein ‚Thema‘ ist allgemein „die für einen Text oder Textabschnitt zentrale Problemkonstellation bzw. der Leitgedanke.“[12] In ihrer Einleitung zu Anthropozäne Literatur: Poetiken – Genres – Lektüren machen Simon Probst, Gabriele Dürbeck und Christoph Schaub zentrale Themenkomplexe im Erzählen über die Klimakatastrophe ausfindig, und zwar:
„Tiefenzeit (inkl. tiefe Zukunft); Atomkatastrophe; Biodiversitätsverlust und Massensterben; Erderwärmung und Auswirkungen des Klimawandels; climate engineering und geoengineering; fossile Kulturen, Müll, Plastik und petrofossile Infrastrukturen und Extraktivismus; Mega-Cities; Überbevölkerung; Kritik an Hightech-Landwirtschaft; Einsatz von chemischem Dünger und Umweltgiften und Gen-Technologien; ‚slow violence‘ [...] von ökologischer Kolonialisierung und Globalisierung; artenübergreifende Umweltgerechtigkeit.“[13]
In Thomas von Steinaeckers Roman Die Verteidigung des Paradieses (2016) lassen sich gleich mehrere dieser Themen feststellen. Die Erlebnisse des Protagonisten Heinz werden am Ende der Erzählung im Sinne der Tiefenzeit als nichtig im Angesicht der Erdzeitspanne bewertet; Biodiversitätsverlust und Massensterben sind nicht nur die Grundlage von Heinz’ Geschichte, sondern auch dauernder Begleiter. Ausgelöst wurde die Katastrophe gerade durch eine extreme Erwärmung auf Grundlage von Technologie – auch ein missglücktes climate engineering trägt Mitschuld.[14] Ein eindrückliches Beispiel für ein Leben nach der Atomkatastrophe ist Gudrun Pausewangs Jugendroman Die Wolke.[15]
Motive
Als ‚Motiv‘ schließlich gilt die „kleinste bedeutungsvolle Einheit eines lit[erarischen] Textes“[16]. In Letzte Menschen: Postapokalyptische Narrative und Identitäten in der Neueren Literatur nach 1945 nennt Judith Schossböck vier übergeordnete Motive im anthropozänen Erzählen:
- letzte Orte, speziell die Verhandlung von Räumen und Mobilität in der Postapokalypse
- letzte Menschen und die Konstitution von Identität in der Katastrophe
- letzte Worte als Konzepte gegen eine drohende Spurlosigkeit
- letzte Welten, die Naturkulissen und Weltenübergänge auserzählen[17]
Beispielsweise legt der Roman Die Wand (1963) der österreichischen Schriftstellerin Marlen Haushofer (1920–1970) einen starken Fokus auf den Wald als letzten Ort: Die Protagonistin wird im Wald von einer unsichtbaren Wand von der Außenwelt abgetrennt und muss in der Isolation eine vorsichtig angedeutete globale Katastrophe ertragen. Gleichzeitig wird in dieser Postapokalypse reflektiert, was das Menschsein in völliger Einsamkeit ausmacht. Die Ich-Erzählerin schreibt mit letzten Worten „[g]egen den Verlust ihrer Reflexionsfähigkeit“[18] an und betont explizit die Praxis ihres Schreibens. Die Schilderung dieser letzten Welt, einer isolierten Naturkulisse, ist nicht nur Setting, sondern löst Emotionen aus: Die „Erzählerin empfindet, dass sie als einziges Lebewesen nicht in den Wald passt.“[19]
Erzählmuster
Vorherrschende Erzählmuster des homo narrans werden in Hinblick auf das Anthropozän bereits seit den 80ern hinterfragt. In ihrem Essay The Carrier Bag Theory of Fiction stellt die amerikanische Autorin Ursula K. Le Guin (1929–2018) die sogenannte Tragetaschentheorie von Fiktion auf: Le Guin plädiert für die „life story“, die im ökofeministischen Sinne mehr Stimmen vereint als die geläufigere „killer story“, deren zentrale Bestandteile Aktion und ein singulärer, meist männlicher Held sind, der Macht ausübt; vielmehr müssten auch Erzählungen des Scheiterns und des Trauerns Gehör finden, wie dies bereits geschieht: „People have been telling the life story for ages, in all sorts of words and ways. Myths of creation and transformation, trickster stories, folktales, jokes, novels“[20]. Auch die Anthropologin Anna Tsing fordert in diesem Zusammenhang: „The time has come for new ways of telling true stories beyond civilizational first principles. Without Man and Nature, all creatures can come back to life, and men and women can express themselves without the strictures of a parochially imagined rationality.“[21] Als Grundproblem versteht Tsing also die Dichotomisierung von Menschen und Natur in dominanten Erzählstrukturen, die Multiperspektivität und Artenvielfalt verdecke. In Staying with the Trouble: Making Kin in the Chthulucene schließlich kritisiert die Historikerin und Frauenforscherin Donna Haraway die Vormachtstellung anthropozentrisch und anthropomorph ausgerichteter Erzählmuster und prägt den wissenschaftlichen Dialog damit bis heute maßgeblich: „Storying cannot any longer be put into the box of human exceptionalism.“[22]
Rolle und Funktion der Klimakatastrophe
Zu untersuchen ist auch Rolle und Funktion der Klimakatastrophe in fiktionalen Texten und Medien.[23] Die Klimakatastrophe kann als die reale Bedrohung, die sie darstellt, inszeniert werden, sie kann als Reflexions- und Informationskanal fungieren und die bestehende Politik zur Klimakatastrophe kritisieren und gar zu klimaaktivistischem Handeln motivieren.[24] Sowohl in realistischen als auch in futurischen und fantastischen Erzählungen zur Klimakatastrophe gilt: „what is crucial about both future worlds marked by climate catastrophe and everyday milieus touched by climate concerns is that they provide drama, and thereby engage readers’ attention in a way which non-fiction cannot replicate [...].“[25] Die Tragkraft von Fiktion bietet somit eine besondere Chance, die es gleichzeitig kritisch zu beleuchten gilt.
Produktive Zugänge
Ein starker Fokus liegt hier besonders auf Imaginationen einer Zukunft nach der Katastrophe, die Utopien oder Dystopien erzählen können. Zurecht merken Katharina Manojlovic und Kerstin Putz an, dass die beiden literarischen Traditionen zusammenzudenken sind und „Phänomene für Zeiten des Übergangs, ja der Krise“[26] darstellen. Wenig verwunderlich gebiert auch das Erzählen über die existenzbedrohende Klimakatastrophe Narrative, die das Erlöschen einer Zivilisation oder aber hoffnungsvoll gelungene Zukunftsmodelle schildern.
Ein weiteres viel diskutiertes Gegensatzpaar im anthropozänen Erzählen ist die lokale und globale Perspektive, die in Texten, Filmen und Videospielen Ausdruck findet. Regionale Lebensentwürfe streben dabei oft eine Rückbesinnung auf indigene Traditionen und Werte an, während Auserzählungen globaler Strukturen auf die unweigerliche Verbundenheit unterschiedlichster Orte hinweisen und Interdependenzen und Interrelationen offenlegen.[27]
Dabei ist auch immer die Frage relevant, ob Natur als Protagonistin oder bloßes Requisit erscheint. Progressives Erzählen über die Klimakatastrophe ist bemüht, Natur zumindest nicht als bloße Ressource, die der Menschheit zur Verfügung steht, zu degradieren, sondern ihr im besten Sinne gar eine Stimme, eine Form von agency, also Handlungsmacht, zu verleihen.[28] Erzählungen von und über Tiere sowie von und über Pflanzen wären hier als Beispiele zu nennen.
So bringt anthropozänes Erzählen verschiedene Gattungen hervor, die nicht selten anthropozentrisch ausgerichtet bleiben. In der Beschäftigung mit der Frage nach Schuld und Verantwortung in der Klimakatastrophe hat sich der Ökothriller hervorgetan, in dem der Mensch als Opfer und Täter zugleich erscheint, „die Umwelt- und Klimakrise meist als Folge von anthropozentrischer Naturbeherrschung, rationalistisch geprägter Fortschrittsideologie und technologisch-ökonomischer Ausbeutung natürlicher Ressourcen dargestellt“[29] ist.
Ausblick
Narrative, Themen und Motive anthropozänen Erzählens spiegeln somit nicht nur diverse Aspekte der Klimakatastrophe, sondern können ganze Zukunftsszenarien imaginieren. Die Erzählungen funktionieren ethisch, aktivistisch, kritisch und zugleich unterhaltend. Nicht zuletzt wird dieses Erzählen an sich in seiner Funktionalität und Sinnstiftung in Bezug auf die Umweltkrise mittlerweile auch in Frage gestellt. Ob die Darstellung der Klimakatastrophe im Erzählen unweigerlich in der zu kritisierenden Darstellung menschlichen Exzeptionalismus mündet[30], bleibt zu beobachten und zu hinterfragen.
Weiterführendes
- Caracciolo, Marco (2022): Contemporary Fiction and Climate Uncertainty. Narrating Unstable Futures. London: Bloomsbury Academic.
- Probst, Simon (2023): Instauration der Erde: Konstitutives Erzählen im Anthropozän und die kritischen Zonen der Literatur. Berlin: J. B. Metzler.
Belege
- ↑ Dégh, Linda: [Lemma] Erzählen, Erzähler. In: Ranke, Kurt/Bausinger, Hermann/Brednich, Rudolf Wilhelm/Brückner, Wolfgang/Lüthi, Max/Röhrich, Lutz/Schenda, Rudolf (Hrsg.): Enzyklopädie des Märchens, Bd. 4, Berlin/New York: Walter de Gruyter (1984), S. 315–342, hier S. 315.
- ↑ Vgl. Trexler, Adam (2015): Anthropocene Fictions: The Novel in a Time of Climate Change. Charlottesville/London: University of Virginia Press.
- ↑ Vgl. Weik von Mossner, Alexa (2015): Grüne Filmstudien. In: Dürbeck, Gabriele/Stobbe, Urte (Hrsg.): Ecocriticism. Eine Einführung, Köln/Weimar/Wien: Böhlau Verlag, S. 271–281.
- ↑ Vgl. Chang, Alenda Y. (2019): Playing Nature: Ecology in Video Games. Minneapolis: University of Minnesota Press.
- ↑ Vgl. Böhm, Felix/Lehnert, Nils/Sinning, Jan (2024): Der Klimawandel in der Kinder- und Jugendmusik – multimodale Perspektiven. In: Mikota, Jana/Sippl, Carmen (Hrsg.): Ökologische Kinder- und Jugendliteratur. Grundlagen – Themen – Didaktik, Innsbruck: Studien Verlag, S. 385–404.
- ↑ Fasbender, Christoph: [Lemma] Narratologie. In: Burdorf, Dieter/Fasbender, Christoph/Moennighoff, Burkhard (Hrsg.): Metzler Lexikon Literatur, Stuttgart: J. B. Metzler (2007), S. 529f., hier S. 529.
- ↑ Vgl. Dürbeck, Gabriele (2018): "Das Anthropozän Erzählen: fünf Narrative", in: APuZ (21-23/2018). Online, zuletzt abgerufen am 27.11.2021.
- ↑ Vgl. Lunde, Maja (2015): Die Geschichte der Bienen. München: Penguin Randomhouse Verlagsgruppe.
- ↑ Vgl. DeVito, Danny/Shamberg, Michael/Sher, Stacey (2000): Erin Brockovich. USA: Jersey Films/Universal Pictures/Columbia Pictures.
- ↑ Vgl. Krajewski, John/Tunjic, Milenko/Anderson, Eric (2018): Eco. USA: Strange Loop Games.
- ↑ Vgl. Kehr, Dota (2018): Raketenstart. Norwegen: Kleingeldprinzessin Records.
- ↑ Doering, Sabine: [Lemma] Narratologie. In: Burdorf, Dieter/Fasbender, Christoph/Moennighoff, Burkhard (Hrsg.): Metzler Lexikon Literatur, Stuttgart: J. B. Metzler (2007), S. 768.
- ↑ Probst, Simon/Dürbeck, Gabriele/Schaub, Christoph (2022): Was heißt es, von ,anthropozäner Literatur‘ zu sprechen? Einleitung. In: Dürbeck, Gabriele/Probst, Simon/Schaub, Christoph (Hrsg.): Anthropozäne Literatur: Poetiken – Genres – Lektüren, Berlin: J. B. Metzler, S. 1–24, hier S. 18f.
- ↑ Vgl. Müller, Dorit (2022): Verfahren der Skalierung und Verstrickung in Dystopien von Reinhard Jirgl und Thomas von Steinaecker. In: Dürbeck, Gabriele/Probst, Simon/Schaub, Christoph (Hrsg.): Anthropozäne Literatur: Poetiken – Genres – Lektüren, Berlin: J. B. Metzler, S. 27–45, hier S. 33–36.
- ↑ Vgl. Pausewang, Gudrun (1987): Die Wolke. Ravensburg: Ravensburger Verlag.
- ↑ Doering, Sabine: [Lemma] Motiv. In: Burdorf, Dieter/Fasbender, Christoph/Moennighoff, Burkhard (Hrsg.): Metzler Lexikon Literatur, Stuttgart: J. B. Metzler (2007), S. 514.
- ↑ Vgl. Schossböck, Judith (2012): Letzte Menschen: Postapokalyptische Narrative und Identitäten in der Neueren Literatur nach 1945. Bochum/Freiburg: projektverlag, S. 103–158.
- ↑ Schossböck, Judith (2012): Letzte Menschen: Postapokalyptische Narrative und Identitäten in der Neueren Literatur nach 1945. Bochum/Freiburg: projektverlag, S. 143.
- ↑ Schossböck, Judith (2012): Letzte Menschen: Postapokalyptische Narrative und Identitäten in der Neueren Literatur nach 1945. Bochum/Freiburg: projektverlag, S. 151.
- ↑ Le Guin, Ursula K. (1988): The Carrier Bag Theory of Fiction. In: Du Pont, Denise (Hrsg.): Women of Vision. Essays by women writing science fiction, New York: St. Martin's Press, S. 165–170, hier S. 168.
- ↑ Tsing, Anna Lowenhaupt (2015): The Mushroom at the End of the World. On the Possibility of Life in Capitalist Ruins. Princeton/Oxford: Princeton University Press, S. vii.
- ↑ Haraway, Donna J. (2016): Staying with the Trouble. Makin Kin in the Chthulucene. Durham/London: Duke University Press, S. 39.
- ↑ Vgl. Grimm, Sieglinde/Wanning, Berbeli (2021): Bildung für nachhaltige Entwicklung in und durch Sprache und Literatur. In: Mattfeldt, Anna/Schwegler, Carolin/Wanning, Berbeli (Hrsg.): Natur, Umwelt, Nachhaltigkeit. Perspektiven auf Sprache, Diskurse und Kultur, Berlin: Walter de Gruyter, S. 85–100.
- ↑ Vgl. Goodbody, Axel/Johns-Putra, Adeline (2019): The Rise of the Climate Change Novel. In: Johns-Putra, Adeline (Hrsg.): Climate and Literature, Cambridge/New York/Port Melbourne/New Delhi: Cambridge University Press, S. 229–245, hier S. 232f.
- ↑ Goodbody, Axel/Johns-Putra, Adeline (2019): The Rise of the Climate Change Novel. In: Johns-Putra, Adeline (Hrsg.): Climate and Literature, Cambridge/New York/Port Melbourne/New Delhi: Cambridge University Press, S. 229–245, hier S. 234.
- ↑ Manojlovic, Katharina/Putz, Kerstin (2020): „Utopokalyptisch“?! Die Erfindung der Zukunft. In: dies. (Hrsg.): Utopien und Apokalypsen. Die Erfindung der Zukunft in der Literatur, Wien: Paul Zsolnay Verlag, S. 7–10, hier S. 7.
- ↑ Vgl. Clark, Timothy (2011): The Cambridge Introduction to Literature and the Environment. Cambridge/New York/Melbourne/Madrid/Cape Town/Singapore/São Paulo/Delhi/Dubai/Tokyo/Mexico City: Cambridge University Press, S. 133.
- ↑ Vgl. Wenzel, Jennifer (2020): The Disposition of Nature. Environmental Crisis and World Literature. New York: Fordham University Press, S. 42.
- ↑ Dürbeck, Gabriele (2015): Ökothriller. In: dies./Stobbe, Urte (Hrsg.): Ecocriticism. Eine Einführung, Köln/Weimar/Wien: Böhlau Verlag, S. 245–257, hier S. 245.
- ↑ Vgl. Goodbody, Axel/Johns-Putra, Adeline (2019): The Rise of the Climate Change Novel. In: Johns-Putra, Adeline (Hrsg.): Climate and Literature, Cambridge/New York/Port Melbourne/New Delhi: Cambridge University Press, S. 229–245, hier S. 236.
Autor*innen
Erstfassung: Silvie Lang am 18.12.2024. Den genauen Verlauf aller Bearbeitungsschritte können Sie der Versionsgeschichte des Artikels entnehmen; mögliche inhaltliche Diskussionen sind auf der [[Diskussion:Benutzer:Silvie Lang/Werkstatt|Diskussionsseite]] einsehbar.
Zitiervorlage:
Lang, Silvie (2024): Werkstatt. In: Böhm, Felix; Böhnert, Martin; Reszke, Paul (Hrsg.): Climate Thinking – Ein Living Handbook. Kassel: Universität Kassel. URL=https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Silvie Lang/Werkstatt, zuletzt abgerufen am 03.04.2025.